Ich finde Arbeit auf dem Moana Orchard

Donnerstag, 24.05.2018

 

Am Donnerstag nach meiner Ankunft fing mein erster Arbeitstag an. Da ich mir morgens etwas zu viel Zeit ließ, konnte ich kein Frühstück und Mittagessen mehr vorbereiten. Ich fuhr daher zu McDonalds, um eine überteuerte Essensration zu kaufen. Beim Verlassen des Parkplatzes, fuhr ich in die falsche Richtung aus der Stadt, die an einer Haupstraße liegt. Als ich das bemerkte, musste ich sehr schnell umkehren, denn es war schon kurz vor 8 Uhr, dem Arbeitsbeginn. Ich kam 5 Minuten vor 8 Uhr am Büro an und rechnete schon mit einer Standpauke. Aber anders als ich es mir ausgemalt habe, hat es keinen interessiert, außer den einen, etwas alternativen, komischen, älteren Herren, der schon seit über 30 Jahren als Erntehelfer arbeitet und immer wieder das Gespräch mit unserem Dreiergespann gesucht hat. Von Autos hatte er anscheinend keinen blassen Schimmer, das bemerkte ich, als er sich mein Auto anschaute und Unsinn erzählte.

Die erste Woche war sehr hart. Im Vertrag stand zwar, dass nur 3 Bins, also Holzkisten pro Tag ausreichen würden, um den Mindestlohn zu decken, aber in Wirklichkeit mussten es doch 4 Bins pro Arbeitstag sein. Am ersten Tag habe ich sage und schreibe anderthalb Birnenbins gefüllt. Was für ein erniedrigendes Ergebnis. 4 Bins, wie sollte ich das jemals schaffen? Nach der Einführungswoche sollte diese Anzahl erreicht werden, da sonst ein Rauswurf drohte. Ich machte mich immer besser. Am vierten Tag habe ich dann, nachdem ich am Zweiten und Dritten nur 2 und 3 Bins schaffte, mit Ach und Krach 4 Kisten geschafft. Ich habe dafür von 8 Uhr bis 17:15 Uhr gebraucht. Das heißt ich war immer noch unter dem Mindeslohn von 15.75$, denn die offizielle Arbeitszeit ist von 8 Uhr morgens bis 16:30 Uhr mit einer halben Stunde Mittagspause, die ich in der ersten Woche auch voll ausgekostet habe. Die ersten Tage habe ich sogar die 10 minütige Fahrt in die Stadt angetreten. Irgendwann habe ich dann herausgefunden, dass die guten Picker eigentlich kaum ihre Mittagspause in Anspruch nehmen, da man so einfach mehr Zeit hat, um Äpfel zu pflücken. Von nun an schaffte ich jeden Tag mindestens 4 Bins, manchmal sogar schon 5. Trotzdem zweifelte ich an mir und überlegte, wieder ins Packhaus einzuziehen und mich mit einem festen Stundenlohn abzugeben. Leider, oder vielleicht auch zum Glück, war dort kein Platz mehr. Ich fuhr fort auf dem Feld zwischen all den Äpfelbäumen. Ich verbesserte mich stetig und in den letzten Tagen bin ich bei einem Durchschnitt von 6-7 angelangt, wobei jede einzelne mit 30-37$ vergütet wird.

Wirklich viel Abwechslung gab es nicht. Unterhaltung gab es ab und zu durch den verrückten Neuseeländer und einen ähnlich verrückten Tschechen. Die anderen waren nicht wirklich auf lange Gespräche aus, mich eingeschlossen. Der Tscheche beschränkte seine Gesprächsthemen auf 4 große Blöcke. Erstens ganz, ganz oft das Thema „Nazi-Deutschland“ und alles, was man grob diesem Thema zuordnen konnte. So fragte er mich ständig, ob ich denn nicht den Film X aus dem Jahr 194x kannte. Die Frage ist, warum sollte ICH mich mit solchen Propagandafilmen beschäftigen? Teilweise hatte er echt krude Theorien, so konnte man Hitler, laut ihm, auch als Messias sehen, der den Juden ihr Land gab. Die anderen Themen waren dann Tschechien und seine Jugend, Kolumbien, wo er die meiste Zeit verbringt und wie überschätzt Neuseeland doch eigentlich ist und dass sich hier eigentlich nur der menschliche Absatz aus Europa befindet. So ist die Natur auch überbewertet, denn man könne ja mindestens Gleichschönes in Dänemark oder Tschechien finden.

Nach meinen bisherigen 5 Monaten auf Obstplantagen, kommt mir das Gefühl auf, je länger man als Erntehelfer arbeitet, desto komischer wird man. Aber natürlich gab es auch viele normale Menschen, die nur für einige Woche hier arbeiteten oder erst seit einigen Jahren.

 

Ein außergewöhnlicher Moment war, als ich gerade arbeitend plötzlich Schüsse hörte. Nicht nur einen, sondern genau 3 an der Zahl. Es stellte sich heraus, dass ein Reh über den Zaun gesprungen ist und durch unsere Baumreihen irrte. Der hauseigene Jäger wurde verständigt und streckte das Wild mit drei gezielten Schüssen nieder. Zum Glück befand sich am Ende der Reihe keiner unserer Pflücker.

 

Im Vergleich zu Fortune waren hier wirklich viele deutschsprachige Kollegen. Schon zu Beginn gab es ein deutsches Mädchen, dann den Vincent Frisch, dem ich den Job vermittelt habe. Er hatte sich auch fast verplappert und der Vorgesetzten erzählt, ich lebte auch in dem Haus, obwohl ich ihr gesagt habe, dass ich kostenlos in der Stadt schlafe. Später gab es dann dann noch ein Paar, auch von mir vermittelt und einen Freund, der das dritte Rad am Wagen spielte. Wirklich sozialisiert haben sie sich nicht mit uns und dann verließen sie die Farm nach 3 Tagen auch wieder. Schlussendlich gab es noch einen aus dem Osten Belgiens. Beim ersten Gespräch war ich mir ziemlich sicher, er müsste deutsch sein, aber es kam anders. Er ist ein echter Belgier, jedoch ist dieser östliche Teil von Belgien ehemalig deutsch gewesen und daher kommt es, dass diese Region kölscht.

 

Die zwei essener Stadtmusikanten

Donnerstag, 24.05.2018

Ich fuhr zur Bibliothek, den besten Ort, um mich ruhig hinzusetzen und an meinem Blog weiterzuschreiben. Nachdem ich die Stühle unbequem fand, entschloss ich mich dazu, mich in dem anliegenden Park niederzulassen und dort meine Arbeit fortzuführen. Unglücklicherweise bot sich dieser nicht gerade als optimaler Ort zum Arbeiten am PC an, weshalb ich nach kurzer Zeit wieder die Bibliothek betrat. Mittlerweile hatten die Deutschen hier die Herrschaft übernommen. So befanden sich an allen drei Desktop-PC Deutsche, wobei bemerkenswert ist, dass ein Paar schon um die 50 Jahre alt waren, sieht man doch sonst nur um die 20 Jährige. Die anderen PCs waren von Mädchenpaaren besetzt, die es hier zuhauf gibt. Ich betreibe mittlerweile schon das Spiel „Deutsche erraten“, wobei es darum geht, ohne sie sprechen zu hören, zu erraten, ob diese deutsch sind. Ich habe meine Fähigkeiten dahingehend so sehr verbessert, dass ich an dieser Stelle ein paar Tipps geben werde.

An erster Stelle kann man davon ausgehen, dass Paare, die aus zwei blonden Mädchen bestehen, meist deutsch sind. Diese Erfahrung habe ich hier gemacht. In den wenigstens Fällen sind sie es nicht und dann kommen sie meist aus Schweden. Zudem muss man auf die getragenen Kleidungsstücke achten. Kommen die Schuhmodelle mir bekannt vor, sind diese sehr wahrscheinlich aus good old Germany. Zudem sind Marken ein wichtiger Anhaltspunkt. Trägt jemand Jack Wolfskin Fleecepullover oder Jacken und hat dazu noch einen Deuter Rucksack an, spricht das auch sehr für seine Herkunft.

 

Wie dem auch sei, in der Bibliothek waren nicht nur die PCs besetzt, sondern auch der Tisch, der für die Nutzung von eigenen Laptops vorgesehen war. Also setzte ich mich in die Kissenecke direkt nebenan. Nachdem ich mich fast auf ein Mädchen setzte, fing ich an, an meinem Blog weiterzuschreiben. Das war übrigens der Teil mit dem Unfall von Daniel. Auch die neben mir war offensichtlich deutsch, denn sie fing an, mit einer Freundin über die Ereignisse der letzten Tage zu reden. Die Beiden schrieben auch an ihrem Tagebuch. Ich ignorierte dies erst mal. Irgendwie war ich verwurdert, es gab hier bestimmt 3 oder 4 Mädchenpaare und dann noch dieses ältere Paar, weshalb ich sie für zusammengehörig befand. Sie schienen alle ziemlich jung, von daher spekulierte ich auf eine Klassenfahrt. Ich fragte das Mädel neben mir, ob sie zusammengehörten, aber anscheinend taten sie das nicht. Ich stellte ihnen meinen Text, der im nächsten Blogeintrag auftauchen sollte, vor, über den ich eine Weile selbst lachen musste. Anscheinend bemerkte sie neben mir schon, dass ich deutsch war, da sie zugab, auf meinen Bildschirm geschielt zu haben. Wir kamen ins Gespräch, bis dann die Bücherei einige Minuten später schloss. Wir hielten uns noch eine Weile vor der Tür auf, wo ich dann endlich die Namen der beiden herausfand. Alara, eine Halbtürkin und Hanna, die ich als eine Deutsche erkannte. Lustigerweise war sie wider Erwarten eine Halbaraberin aus Palästina, welche zusammen mit ihrer Freundin in Essen wohnt. Sie standen auf dem selben kostenlosen Parkplatz, auf dem auch ich mein Auto ließ, daher verabredeten wir uns zum Abendessen kochen. Mir fiel jetzt erst auf, dass ich meiner gesamten Zeit hier weder Deutschtürken noch sonstwelche Leute mit Migrationshintergrund, wie es ja in Berlin nicht unüblich ist, getroffen habe. Die Deutschen, die man hier antrifft sind eher Leute aus dörflichen Regionen bzw. aus kleineren Städten und dann mit Nachnamen wie „Kunert“, „Berger“ oder auch „Gottberg“, daher waren diese beiden schon irgendwo eine kleine Rarität.

Zudem muss ich sagen, war ich beeindruckt, als wir anfingen, uns mit altdeutschen Sprichwörtern zu bewerfen. Es machte einen guten Eindruck, dass die Frauschaften Sprichwörter wirklich kennen und können und nicht versuchen, schlau zu klingen und dann die zwei verschiedene Sprichwörter vermischen, was dann wieder ungebildet klingt.

Der Stellplatz wurde von den Behörden in zwei Bereiche unterteilt. Es wird in Neuseeland nämlich unterschieden zwischen einfachen Autos, in denen Reisende leben und in ausgebaute Campingsvan (non self-contained), die dann Frisch- und Abwassersystem, eine Toilette haben und noch weitere Auflagen erfüllen müssen (self-contained). Die self-contained Autos haben viel mehr Möglichkeiten auf unentgeldlichen Stellplätzen zu stehen und oft sogar, sich in die Natur zu stellen, was für non self-contained Autos, so wie meines eines ist, nicht möglich ist. Der Stellplatz in Motueka hinter der Touristeninformation war für beide Typen geeignet, legte aber fest, dass nur 15 Plätze den non-selfcontained Autos zugutekommen sollen. Der Rest des großen Parkplatzes war für die self-contained Vehikel reserviert. Während ich mich strikt daran hielt, habe ich es doch schon ein Mal mit den neuseeländischen Ordnungshütern zu tun bekommen, gab es viele, die sich einen Dreck um die Regelung kehrten. Die Mädels und ich suchten nach einem geeigneten Platz, um unser Abendmal vorzubereiten und später anzurichten. Wir befanden die Parkwiese anfänglich für geeignet, doch dann bemerkten wir, wir waren doch unvorbereitet, denn ein richtiger Tisch, um darauf das Gemüse zu schneiden, fehlte uns. Ein deutsches Pärchen zwei Autos weiter bot uns ihren Alutisch an, wir lehnten ab. In diesem Moment begann das Unheil seinen Lauf zu nehmen, es war nämlich der erste deutsche Kontakt auf dem Stellplatz. Unser Dreiergespann entschied sich dafür, den hölzernen PickNick-Tisch, der freiverfügbar am Rand des Parks stand, zu okkupieren. Die Mädels befassten sich nahezu! freiwillig mit dem Schneiden des Gemüses, was am Ende in einer außerordentlich schmackhaften Gemüsepfanne bestehend aus Mais, Paprika, Zwiebeln, den Knoblauch haben wir leider vergessen, und Sojasoße serviert mit Reis ausartete. Eine gelungene Speise, wie ich finde. Es wurde langsam dunkel und kalt, doch das hinderte Niemanden daran, Handstände, Ratschläge und natürlich Kusselköppe auszuüben, in Berlin und wahrscheinlich dem Rest der zivilisierten Welt würde man das Vorwärtsrolle nennen. Das war es nämlich wieder, was die beiden ausmachte, die Türkin und die Araberin bewarfen mich mit ihren urkomischen Wörtern aus dem Pott. Die Höhe war „beömmeln“, was mit „sich bepissen vor Lachen“ oder auch „panne sein“, also durchgeknallt bzw. dumm agierend sein, übersetzbar ist. Wir begaben uns zu Bett und ich fing an, den letzten Teil der „Herr der Ringe“-Saga. Ich hab mir vorgenommen, die Filme auf Basis von J.R.R Tolkins Büchern anzuschauen, wenn ich schon ein Mal im Land der Drehorte der Filme bin.

Der nächste Tag: Da der Parkplatz nur in den Abendstunden als Stellplatz genutzt werden darf, galt die Regel, dass alle Camper um 7 Uhr morgens den Parkplatz für die Öffentlichkeit räumen musste. Ich war schon etwas früher wach und konnte daher einen wundervollen, roten Sonnenaufgang betrachten. Wirklich viel Ausstattung gab es nicht, aber Toiletten sind vorhanden und das ist ja bekanntermaßen das Wichtigste. Der Sturm wütete nicht mehr über der Region, aber trotzdem regnete es ununterbrochen, weshalb nicht wirklich viel zu unternehmen war. Wir begaben uns wieder zur Bücherei, dort wo sich alle Deutschen gefühlt aufhielten. Während Hanna weinend an einem Geburtstagsbrief an ihren kleinen Bruder saß, machten wir anderen uns schlau über Herpes. Aus viel mehr bestand der Tag auch nicht. Direkt nebenan befand sich der Supermarkt, in dem wir dann die nötigen Zutaten für das heutige Abendessen kaufte. Heute sollte es Wraps geben. Hanna erwärmte die Teigfladen, die man später mit Gemüse, Fleisch oder Ähnlichem befüllen würde und dann zusammenrollt. Sehr lecker. Genauso lecker war auch, dass die beiden sich nahezu! Freiwillig dazu bereiterklärten, den Abwasch zu übernehmen. Am Abend schauten wir gemeinsam die zweite Hälfte des dritten HdR-Films.

Am nächsten Tag, den wir sehr wahrscheinlich auch in der Bücherei verbrachten, hatten wir eine grandiose Idee. Wir wollten das altbekannte Spiel „Stadt, Land, Fluss“ abwandeln. Es resultierte in „Shot, Land, Fluss“, was bedeutet, dass bei übereinstimmender Antwort in einer Spalte gemeinsam! ein Shot eingenommen werden muss. Da bekanntlicherweise solche Übereinstimmungen öfter auftauchen, dauert es dementsprechend auch nicht lange bis das erwünschte Ergebnis eintrat. Hanna drehte am Rad, muss man an dieser Stelle erwähnen.

Dafür war sie am nächsten Tag erstaunlicherweise extrem gut drauf, als wir wieder um 7 Uhr aufstehen mussten. Für mich stand heute der erste Arbeitstag an, womit ich auch die nächsten Tage zu mäpfen hatte.

Was ich an dieser Stelle anmerken möchte, ist, worauf ich vorher schon angespielt habe, dass der Parkplatz aus mindestens 50% Deutschen bestand und jeder einen verstand. Es bildeten sich Grüppchen, die sich auch nicht mehr begrüßten, da einfach zu viele von uns dort waren. Auf die Regelung für non self-contained und self-contained Autos wurde keine Rücksicht genommen, fiel mir nach einigen Tagen auf und auch das Alkoholverbot wurde auf ganzer Länge von allen missachtet. Ich will nicht sagen, dass das nur die Schuld der Backpacker ist, denn die Behörden greifen hier auch nicht durch. Die Abreisepflicht um 7 Uhr morgens jeden Tag wurde nur gelegentlich von Rangern durchgesetzt und wenn, dann auch nur halbherzig.

Heute, der Tag, an dem ich diesen Artikel schreibe, habe ich in der örtlichen Facebookgruppe mitbekommen, wie Anwohner sich gegenseitig Luft gemacht haben. Sie beschwerten sich über das Ausnutzen des freien Wlans zum Beispiel in den Bibliotheken, dass wir die Parks und ihre Parkplätze besetzen, dass sich die Reisenden nicht an Gesetze hielten, an Autobahnen plötzlich abbremsen, um Bilder zu schießen oder öffentlich seine Geschäfte zu verrichten und dass die kleine Stadt nicht groß genug wäre für diese Menge an Ausländern. Diese hitzige Diskussion, bei der sich auch Einwohner für die Reisenden einsetzten, dass sie ja auch Steuern zahlten und die Drecksarbeit übernähmen, erinnerte mich stark an die Flüchtlingsdiskussion in Deutschland in den letzten Jahren. Auch unsere europäischen und selbst unsere deutschen Sprösslinge verhalten sich hierteilweise! unter aller Sau. Ein Facebookpost in der deutschen Neuseelandgruppe brachte es letztens ziemlich gut auf den Punkt. Sie fragte sich, ob denn alle nur herkommen würden, um sich „das Hirn wegzusaufen oder wegzukiffen“, oder was denn das eigentliche Ziel hier in diesem schönen Land wäre. Um wiede auf die besorgten Bürger zurückzukommen; einige fühlten sich von den Behörden im Stich gelassen und wollen daher selbst Gegenaktionen planen, ein Vorschlag war, dass man doch um 2 Uhr morgens auf den Parkplätzen einfach laut hupen könnte, um die Reisenden nicht schlafen zu lassen. „Die kommen wahrscheinlich aus Ländern, in denen man nicht weiß, was Respekt gegenüber den Einwohner heißt und wo die Straßen nicht so sauber sind wie hier“, hieß es. Lächerlich, dachte ich mir und kommentierte dies auch unter seinem Post.

Auf dem Stellplatz fingen wir allmählich an, uns mit den Herrschaften bekannt zu machen.

Das Wetter besserte sich nicht wirklich, also besuchten wir an meinem freien Tag „Rabbit Island“, ein riesiger Strand umgeben von vielen Picknickplätzen etwas außerhalb der Stadt.

Was mir erst im Nachhinein aufgefallen war, ist, wie sie anfänglich immer für mich mitgekocht haben bis sie eines Tages Chicken Nuggets brieten, was ich als Vegetarier natürlich ablehnte zu essen. Von diesem Tag an war ich auf mich alleine gestellt und musste wieder für mich selbst sorgen. Am 9. März verließen mich meine Lieblingskanacks nachdem wir uns 5 Mal final verabschiedet hatten, weil entweder ich dachte, sie würden schon abreisen oder sie doch wieder nach Hause, wie ich den Stellplatz liebevoll nannte , fanden. Das war rückblickend die längste Zeit, die ich mit Deutschen hier verbracht habe. Meistens treffe ich Einige, verbleibe aber nur ein Paar Tage mit ihnen bzw. meide sie oft sogar von Anfang an. Mit den Esseners hielt ich es, oder besser, sie es mit mir 10 Tage aus.

 

1000km in 20 Stunden

Donnerstag, 24.05.2018

 

Am 25. Februar hieß es für mich erneut, sich von einer Truppe zu lösen. Vor mir lagen rund 1000 km Fahrt, die ich so schnell wie möglich hinter mir haben wollte. Am Besten wäre ich am nächsten Tag schon dort gewesen, denn Daniel schien bei einem Arbeitsgeber gelandet zu sein, der sofort Arbeiter sucht und ich war dringendst auf der Suche nach einer Einnahmequelle.

Gegen 15 Uhr trat ich diesen langen Weg an, raus aus der Stadt, in der ich nun 1 Woche lebte und auch viele Locals kennenlernen durfte. Die Strecke führte 60% an der Ostküste lang und würde dann ganz im Norden der Insel enden. Auf meiner Strecke hatte ich einige Zwischenstopps eingelegt. So kam ich bei den „Moeraki Boulders“ zum Stehen. Es sind nahezu perfekt runde Felsen, die zuhauf an einem Strand liegen. Kostenlos zu den Steinn dazu gibt es noch die Touristen, welche in den immer gleichen Positionen Bilder mit den Riesensteinen aufnehmen. Die nächste Haltestelle war die Stadt Timaru, wohin mich eine Bekannte einlud. An sich habe ich ihr auch abgesagt, weil ich möglichst schnell in den Norden wollte. Meine Route führte aber ohnehin durch die Stadt, weshalb ich mich dann doch noch kurz hier aufhielt. Eine Sehenswürdigkeit war ein Haus ähnlich einem Museum, welches Steampunkmaschinen ausstellte. Als ich dort ankam, war es schon geschlossen, aber zum Glück gab es vor dem Gebäude Maschinen, die man mit Geld zum Leben erwecken konnte. 2$ war mir das Erlebniss allemal wert. Die erste Maschine, bei der ich Geld einwarf, war eine Dampflock, die anfing zu pfeifen und Fahrgeräusche von sich zu geben, zudem kam Dampf aus dem Schornstein. Die Mit-Schautlustigen waren begeistert und wollten mehr sehen. Eine Asiatin fasste dann ihren gesamten Mut zusammen und drückte eine 2$-Münze in die zweite Maschine. Es war eine Abrissbirne über der Pforte zum Innenhof. Zur Enttäuschung aller gab es nicht sehr viel zu sehen, einzig ein Lautsprecher spielte ein Band ab. Ansonsten gab es weder Dampf, noch Lichter. Ich wollte nun wieder auf meine Hauptroute kommen und folgte daher einer Nebenstraße. Ich gelang an den ziemlich großen Hafen der Stadt, von dem gerade zwei Kreuzfahrtschiffe abzulegen schienen. Die Vorbereitungen dafür habe ich schon oft gesehen, also dass die Motoren schon laufen und eine Menge Trubel um das Schiff herrscht. Da es schon Abend war und ich die Aussicht genießen wollte, parkte ich. Zu meiner Überraschung war das eine Schiff wirklich kurz vor der Abfahrt. Die zwei Schlepperboote manövrierten das riesige Schiff aus dem engen Hafen heraus, von wo es dann mit dem eigenen Antrieb wegfuhr. Auch wenn mich das etwas Zeit kostete, fande ich es schön anzusehen, den Kreutzer im Sonnenuntergang verschwinden zu sehen. Trotzdem musste es weitergehen. Mir stand immernoch eine mehrstündige Fahrt bevor, daher deckte ich mich mit genügend Energydrinks ein. Es wurde immer später und mein rechtes Auge fing an zu jucken und das, obwohl ich schon meine Kontaktlinse rausgenommen habe, das ich als Grund dafür sah. Irgendwann half nichts mehr, es fing an zu tränen und das einzige Gegenmittel war, das Fenster einen spaltweit zu öffnen. So, dass genau auf das Auge ein Luftstrom traf. Sobald ich das Fenster schloss, fing es erneut an zu tränen. Draußen regnete es in Strömen und nun begann es auch wieder sehr kurvig zu werden. Mein Ziel hatte ich aber stets vor Augen, ich wollte unbedingt, wenn schon nicht mehr heute, dann jedenfalls morgen früh bei meiner Arbeit sein. Ich stellte mich dann gegen 3 Uhr morgens auf einen Rastplatz, um für ein paar Stunden die Augen schließen zu können. Um 9 Uhr des darauffolgenden Tages saß ich wieder am Steuer. Meine morgendliche Hygieneroutine alias Zähneputzen tat ich im Anblick eines Wasserfalls. Nach einem weiteren kurzen Stück kam ich in einem kleinen Dorf, was anscheinend der reinste Durchfahrtsort ist. Kaum einer auf der Straße war von hier und der Rest deckte sich mit Proviant für den Rest der Strecke entweder in den Norden oder runter in den Süden ein. Ich nutze kurz das Wlan, nachdem ich auf den kurvigen Straßen und die letzten Stunden keinen Empfang hatte. Mein Tank neigte sich dem Ende zu und so schaute ich mich nach einer Tankstelle in der Umgebung um. Eine „NPD“ Tankstelle lag glücklicherweise direkt auf meinem Weg. „NPD“ und „Allied“ sind immer die günstigsten Tanken in der Umgebung, da sie keine internationale Kette sind wie „BP“ oder „Caltex“. Ich freute mich schon auf günstige Preise. Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, wie NPD außerordentlich teuer war und sogar Preise von internationalen Ketten in den Städten überbot. Normalerweise sind die Preise auf dem Land für Sprit weitaus günstiger als die Preise in Ballungsgebieten und unter diesen dörflichen Spritlieferanten sind immer die Unabhängigen die bessere Wahl. Anscheinend heißt eine ländlichere Positionierung der Tankstelle nicht automatisch noch günstigere Preise, denn die NPD war wirklich sehr teuer, aber leider auch die einzige weit und breit. Ich tankte nur einige Liter, denn auf meiner App sah ich, dass mich in meinem Zielort Preise von unter 2$ pro Liter erwarteten. Ich fuhr weiter und mir wurden die Ausmaße des Zyklons bewusst, der in den letzten Tagen in der nördlichen Region der Südinsel tobte. Einige Obstfarmer verloren sogar ganze Blocks ihrer Ernten an den Sturm. Die Straßen wurden grob von dem Schlamm der Lawinen befreit, die der Sturm auslöste. So schlimm habe ich mir die Situation hier oben nicht vorgestellt. In der Stadt versuchte ich, die Adresse meines zukünftigen Arbeitgebers zu finden. Im Internet war dazu Nichts zu finden. Nach einiger Recherchearbeit im Gelbe Seiten Buch des Supermarktes fuhr ich zu besagtem Orchard. Ich stellte mich im Büro vor und hoffte auf eine sofortige Anstellung, doch man vertröstete mich auf frühestens Donnerstag, also zwei Tage später und ich sollte vorher noch einmal anrufen, um sicherzugehen, dass alles passt. Ich fuhr etwas entäuscht zurück in die Stadt und nahm mir vor, die Zeit bis dahin sinnvoll zu nutzen, also den Blog weiterzuschreiben, mit dem ich wirklich sehr im Rückstand bin.

 

Roadtrip im Süden der Südinsel

Samstag, 17.03.2018

Nachdem ich einige Tage auf dem Fortune Fruit’schen Areal verbrachte, wollte ich demnaechst auf meine Reise durch den Sueden der Suedinsel aufbrechen. Es kam heraus, dass Daniel, der Kanadier und Darcy mit ihren Freunden auch so etwas Aehnliches vorhatten. Der Haken war, sie wollten die Southern Scenic Route, so heisst die Panoramastrecke, in die andere Richtung abfahren. Ohne eine schlussendliche Entscheidung getroffen zu haben, besuchte ich sie erst einmal in ihrer vorruebergehenden Unterkunft auf einer anderen Farm. Ihre Arbeit hatte exakt heute geendet und wir planten, wie wir weiter vorgehen sollten. An sich waere es keine schlechte Idee, mit ihnen zu reisen. Da meine geplante Reisepartnerin abgesprungen ist. So beschloss ich also bei Tagesanbruch, mich ihnen anzuschliessen und ihrem Konvoi zu folgen. Der erste Stop war Dunedin, wo wir dann unsere Mitreisenden trafen. Insgesamt 5 Autos waren wir. Die erste Nacht verbrachten wir bei befreundeten Ex-Kollegen. Ich musste am darauffolgenden Morgen unbedingt ein neues Handy kaufen, da mein altes den Geist aufgab. Es liess sich weder anschalten, noch konnte man Bilder mit der Kamera schiessen. Zudem war die Software instabil geworden. Ich machte mich also auf die Suche nach einem Neuen. Fuer mich stand relativ fest, dass ich Samsung treu bleiben werde und daher viel mein Blick auf das aktuelle Galaxy S8. Ich hatte einen Haendler in der Hauptstadt gefunden, der das Handy ziemlich guenstig anbietet und bin davon ausgegangen, die grosse neuseelaendische Elektronikkette, bei der ich schon so einiges kaufte, wuerde sich auf diesen Preis druecken lassen. Aber da habe ich die Rechnung ohne den Verkaeufer gemacht. Dieser erklaerte mir naemlich, die Preisgarantie gelte nur, wenn die Konkurrenz das Handy in der gleichen Stadt billiger anbietet. Ich haette es also zum UVP-Preis erwerben muessen. Soul, der in der WG des Bekannten wohnte hatte darauf bestanden mitzukommen. Wir gingen also zum naechsten Shop, nur um festzustellen, dass der Preis fuer das separate Handy nicht unter den UVP-Preis sank, und das obwohl die neue Generation in einem Monat veroeffentlicht wird. Welch eine Schande! Schlussendlich habe ich das Geraet bei meinem Mobilfunkbetreiber eingekauft, wo ich dann trotz UVP noch ein Samsung Tablet bekommen wuerde. Das war zwar nur ein schwacher Trost, aber immerhin. Als ich bei der Wohnung des Freundes ankam, musste ich feststellen, wie meine Kameraden die Zelte ohne mich angebaut haben, sie waren schon auf der Piste. Ich taetigte einen schnellen Anruf, um mich mit ihnen abzusprechen. Wir einigten uns darauf, dass ich die Anderen auf dem Campingplatz treffe. Gerade als ich losfahren wollte, fragte Soul, ob ich ihn nicht mitnehmen koennte, er haette eh gerade keine Uni. Ich willigte ein und so rannte er in die Kirche, um seinen Bademantel abzulegen und einige wichtige Utensilien zu holen. So, endlich war er da und wir konnte meine Reise oder unsere Reise, je nachdem wie man das sehen moechte, beginnen. Wir beginnen die “Southern Scenic Route”. Ausserhalb der Stadt kommen wir an einem alten Hof vorbei. Ich habe ihn schon vorher bei der Ankunft in Dunedin aus dem Augenwinkel erspaeht, hatte aber nicht die Zeit, mir diesen naeher anzuschauen. Wir bogen also in die Nebenstrasse ein und fragten die naechste Passantin, wem denn dieser Hof gehoerte. Sie gehoerte zur Besitzerfamilie und deutete auf das naechste Haus. Wir fuhren vor und nach gefuehlt 10 Sekunden war das Ganze auch schon geklaert. Wir hatten die offizielle Erlaubnis, uns auf dem alten Hof aufzuhalten, trotzdem sollten wir Acht auf die Elektrozaeune geben, die hier aufgestellt worden sind. Nachdem wir uns den ganzen Schuppen angeschaut haben und auch genuegend Fotos geschossen haben, fuhren wir mit unserer Fahrt fort. Spontan entscheideten wir uns, die naechste Abfahrt zu nehmen, denn es wurden Feuchtgebiete beworben. Die ca 10 km lange Strecke fuehrte ueber eine mehr oder weniger angenehme Schotterpiste. Am Ende erwartete uns wie verprochen ein Sumpf/Feuchtgebiet, aber mehr als 10 Minuten konnte man dort auch nicht verbringen. Am Abend erreichten wir einen Campingplatz, der nicht besonders gross war, aber dafuer umso familiaerer. 12$ pro Nacht ist guenstiger, als die vom Staat gefuehrten Stellplaetze und im Gegensatz zu diesen, hatten wir eine richtige Kueche inklusive Dusche und Klos. Bevor ich anfing zu Kochen, erkundigte ich mich bei dem Betreiber, wie viel eine Pizza bei ihm kostete. Worauf der aeltere Herr mir dann auf Deutsch anwortete. Es ist wohl einer dieser Menschen, die sich in Neuseeland verliebt haben und nun ihren Lebensabend hier im Land der Kiwis verbringen. Wir verbrachten den Abend mit Romme. Waehrend ich mich bettfertig machte, sprach mich eine Freundin an, ob ich denn wuesste, dass mein Mitreisender es sich auch auf meinem Autodach gemuetlich gemacht hatte. Ich liess Soul dort oben schlafen, obwohl ich zugegebenermassen um mein Panoramadach fuerchtete. Wie dem auch sei, verschwand er bei Tagesanbruch und hinterliess mir seinen Pullover und Toast mit Suessem. Verwirrt, aber nich allzu ungluecklich mache ich mich mit den Anderen auf die Weiterfahrt. Die Gruppe von 5 Autos spaltet sich auf. Zwei wollen sich um neue Reifen kuemmern, ewin anderer Wagen ist schon vorraus gefahren und wartet auf uns am Pinguinstrand. Nach einer guten halben Stunde Fahrt durch die Catlins Region, stellt der Fahrer des mich begleitenden Autos fest, dass sein Portemonnai fehlt. Alles Durchsuchen der Kisten half nichts, es war nicht im Auto oder am Mann. Er fuhr also zurueck, so konnten die zwei Verbliebenen, wozu ich auch zaehlte, den Strand geniessen. Eine Stunde spaeter hatte sich dann die ganze Mannschaft endlich wieder zusammengefunden. Wir genossen noch einige Minuten in einem von lokalen Bewohnern gebauten Tipi aus Aesten, bis wir dann unsere Reise fortsetzten.

Die Reisegruppe war durchmischt, so gab es Mel aus Kanada, die nett war, aber sozial nicht sehr aufgeschlossen war. Dann gab es mich, wo ich wahrscheinlich nicht viel zu sagen brauche, zudem der kenianische Kanadier Daniel mit seinem Freund Darcy, dazu kam noch ein Punkpaar – auch aus Kanada, die in einem Auto reisten und zu guter Letzt eine meist griessgraemige Franzoesisch sprechende Kanadierin.

Wir sahen Robben und Pinguine zu Fusse eines Leuchtturms. Ich erfreute mich die ganze Zeit ueber an meinem neuen Telefon und an der ausgesprochen guten Kamera, nachdem ich die lezten Monate mit meinem jetzt kaputten Handy ueberleben musste. Als naechstes Stand ein sogenanntes Blowhole an. Also ein dutzende Meter tiefer Schlund mit einer kleinen Oeffnung hin zum Meer, durch die die Wellen hinein preschen. Bei jeder staerkeren Welle, wurde Wasser bis zu uns nach oben geschleudert. Um bis hierhin zu gelangen, mussten wir ueble Schotterpisten und einen 20 minuetigen Marsch auf uns nehmen. Das sollte einem von uns spaeter zum Verhaengnis werden. Ich, der ich mich selbst als einen sehr guten Fahrer bezeichnen wuerde, hatte einen Schicksalmoment, als ich eine 90 Grad Kurve erst im letzten Moment erblickte und nur knapp einer Hauswand entkommen bin. Auch eine andere doppelte! 90 Grad Kurve machte mir zu schaffen, aber zwang mich noch nicht in die Knie. An der naechsten Abzweigung beschlossen wir, auf die auf sich warten lassenden, Daniel und Darcy, zu warten. Nach bestimm 15 Minuten Hoffen und Bangens, machte ich mich heldenhaft auf den Weg zurueck zum Parkplatz, aber so weit musste ich gar nicht fahren. Ich sehe die beiden auf der Strasse stehen mit dem Blick in den Graben gerichtet. Das einzige Gefaehrt, was fuer mich weit und breit sichtbar war, war nicht ihres, sondern das eines Farmers, der anhielt und ein Telefonat hielt. Unsere Befuerchtungen sind doch eingetreten. Sie schafften es nicht, dem Druck der Schotterpiste standzuhalten und setzten das Auto Schnauze vorraus in den Graben voller Matsch. Der Farmer schien den oertlichen Abschlepper aus der Kneipe hierher zu zitieren. Und so kam er gut 20 Minuten spaeter in dem typisch dicken Truck, der vorne eine Seilwinde montiert hatte. Ein Doeschen Bier konnte dabei auch nicht schaden. So wurde der Wagen gerettet, wenn auch mit kleineren optischen Defekten. Die beiden Landeier konnte nicht aufhoeren, Daniel von seinem Glueck zu berichten. Waere es etwas spaeter gewesen und das Wasser stuende hoeher, so haette das Ganze auch anders kommen koennen. Zudem ist er ziemlich “weich” im Schlamm gelandet, sodass eigentlich bis auf einen gebrochenen Stossdaempfer nicht viel zu beklagen war. Das Auto musste trotzdem die Nacht ueber in der Werkstatt bleiben, um die Blende festzutackern. Der ganze Unfall hatte ihn schlussendlich 220$ gekostet. Wir verbrachten den ganzen Vormittag des Folgetages damit, auf die Reperatur eines auf uns wie eine Lapalie wirkenden Mangels, zu hoffen. Direkt daneben war eine Tankstelle, die nicht guenstig war, weshalb ich nicht tankte, zudem fand ich meine Kreditkarte auch nicht. Ich malte mir aus, dass der Tank noch reichen muesste bis zur Naechsten, guenstigeren Tanke. Das haette er auch, wenn die Strecke nicht so von Huegeln durchzogen waere wie die Schweiz. Während ich mein Auto durch die Passstraßen manövrierte, bemerkte ich auf einmal. Dass meine Tanknadel gefährlich nahe am „E“ für empty war. Das Problem war nur, die nächste Tankstelle war doch noch ein ganzes Stückchen von mir und meinem heutigen Ziel entfernt und die letzte habe ich ja ohne ein schlechtes Gewissen links liegen lassen. Ich war ernsthaft besorgt. Trotz aller Widrigkeiten erreichten wir schlussendlich Curio Bay, eine kleine Küste, welche dafür bekannt ist, viele Pinguine und Delfine zu beherbergen. Am gleichen Abend schauten wir uns die Umgebung genauer an. Auf der einen Seite gab es einen versteinerten Wald im Boden und auf der anderen Seite den berühmten Pinguin-Aussichtspunkt. Wir stellten uns in den Abendstunden zu den vielen anderen Besuchern, die geduldig und mit großen Kameras auf die Tiere warteten. Nach über 1 Stunde Warten, gaben wir auf und machten uns auf den Weg in das Camp. Laut Berichten von anderen Deutschen, sind auch später nur 4 Pinguine insgesamt vor Ort gewesen, von daher wäre es das nicht wirklich wert gewesen.

Am nächsten Tag bin ich mit meinem und Daniel mit seinem Auto mir folgend zur nächstgelegenen Tankstelle gefahren, während der Rest der Gruppe schon einmal weiterzog. Die nächste Tankstelle lag leider Gottes um die 20km entfernt und ich bin schon seit einiger Zeit mit der blinkenden Warnleuchte gefahren. Ein Glück war der Weg zum nächsten Dorf eine reine Schotterpiste, weshalb ich nicht gezwungen war, schnell zu fahren und somit mit dem leeren Tank die Füllstation erreichte. Traurigerweise habe ich also an diesem Morgen nicht nur Zeit und Sprit verschwendet, sondern ich musste am Ende auch noch 2 Cent pro Liter mehr bezahlen, weil ich im Nirgendwo war. Dann ging es den halben Weg zurück, um im Anschluss besuchten wir den südlichsten Punkt der Südinsel, den sogenannten Slope Point. Dieser Tag war geprägt vom Sightseeing. Die nächste Station war ein kleiner Wanderweg durch einen Djungel. Circa 3 Stunden verbrachten wir zwischen Farnen und Lianen und natürlich Wasserfällen. Ein Franzose verbrachte seine Freizeit damit, neben Wasserfällen Steintürme zu bauen. Dies konnte bis zu 30 min dauern, bis er jeden einzelnen Stein in Balance gebracht hat. Zwischen den riesigen Bäumen und mit dem Rauschen des Wasserfalls zu picknicken, ist schon etwas ganz Besonderes. Aber unendlich viel Zeit blieb uns nicht, denn wir brachen zur nächsten Sehenswürdigkeit auf. Es war ein abgelegener, wunderschöner Leuchtturm umgeben von Dünen und Meer, logischerweise. Den Tag beendeten wir in Invercargill. Die Stadt schien interessant zu sein, - doch nur solange, bis wir sie live gesehen haben. Wirklich viel gab es nicht zu sehen. Die Haupteinkaufsstraße war nicht spektakulär und sonst standen auch viele Shops leer, was nicht schön anzuschauen war. Diese Nacht verbrachten wir daher im Hostel, während wir den dritten Teil der Herr der Ringe Trilogie schauten. Ein wirklich ungewohnt entspannter Abend, wenn man ihn mit den vorherigen Tagen auf Achse vergleicht.

Einige aus der Gruppe hatten einen Freund in der Nähe der Stadt, mit dem sie den Tag und den Abend verbringen wollten. Daniel und ich entschieden uns dagegen und anstelle dessen, weiter der Route zu folgen. Das Ziel war heute ein kostenloser Campingplatz etwas weiter außerhalb. Auf der Strecke durch viele kleine Dörfer und kleine Hügel, fielen mir fast die Augen zu, bis Daniel im nächsten Dorf links hielt. Ihm ging es anscheinend ähnlich, darum wollte er einen Kaffee erwerben. Durch Zufall kamen wir direkt neben einem günstigen Restaurant zum Stehen. So beschloss ich mir Pommes zu bestellen und aus dem kurzen Stopp eine kleine Rast zu machen. Es blieb daher auch noch Zeit für ein kurzes Billiardspiel. Weiter ging es zu unserer heutigen Bleibe über die Dörfer und eine 10km lange Schotterpiste, die nicht besonders gut für unsere Autos war. Da er einer von den wenigen kostenlosen Stellplätzen ist, war er dementsprechend auch gut gefüllt. Die besten Plätze waren schon vergriffen und so wollten wir uns erst auf einen der weniger attraktiven Betonplätze stellen Durch Zufall sahen wir dann eine Schräge, die ins Wasser führte, um Boote zu Wasser zu lassen. Über diese Rampe konnten wir mit den Autos direkt ans Ufer des Flusses gelangen, was wir dann auch taten. Wir hatten damit den besten Ausblick aus unseren Autos. Später gesellten sich noch zwei Deutsche zu uns, mit denen wir dann den Sonnenuntergang genießten.

Am nächsten Tag war unser Ziel Milford Sound im Fiordland. Wie der Name schon sagt, ist dort ganz im Südwesten der Insel eine Gegend, die voll von Fjorden und zerklüfteten Küsten ist. Da ich hier ja schon eine Kayaktour damals mit Micheal gemacht habe, wollte ich eigentlich nicht noch einmal hier hin, jedoch ließ ich mich dann zu einem kurzen Abstecher dorthin überreden. Wir fuhren die ganze Schotterpiste wieder zurück und fuhren zum letzten Ort vor Milford Sound mit dem Namen Te Anau. Den Wetterbericht haben wir vorher nicht geprüft und daher waren wir überrascht, als es in Te Anau nieselte. Bevor wir uns darüber aber den Kopf zerbrechen wollten, musste erst einmal etwas her, das unseren Gehirnen Energie lieferte. So beschlossen wir, uns nach einer Möglichkeit umzusehen, wo man etwas essen könnte. Das erste Restaurant bewarb ganz groß sein Gericht für 12$, welches im Restaurant selbst nicht mehr zu bestelllen war, also ließen wir uns die Karte geben. An sich war das ja ein gemütlicher Ort, aber die Preise ließen uns nahezu sofort aus dem Restaurant fliehen. Ich fasste es nicht, es konnte doch nicht sein, dass es hier keinen billigen Imbiss gibt. Wir machten uns auf eine anstregende Suche und fanden schließlich einen asiatischen Essensstand, der die sogennannten Pies anbot. Pies sind faustballengroße „Kuchen“, die gefüllt mir verschiedenen Sachen sind. Zur Auswahlsteht viel Fleisch und auch für den vegetarischen Gaumen reine Gemüsepies. Wirklich günstig waren diese Pies anscheinend auch nicht, denn ein Pie kostete 5-6$, was weit über den Supermarktpreisen liegt, aber sie waren wirklich köstlich und zudem waren sie mit Abstand das Günstigste in der Umgebung. Nach der kurzen Stärkung bahnten wir uns unseren Weg zum Fjord. Diesmal tankte ich auch vorher voll, da ich ja bekanntermaßen aus Fehlern lerne. Mittlerweile regnet es schon. Wir fuhren und fuhren. Ich habe mir im Vorhinein sagen lassen, dass die Landschaft bei Regen besonders eindrucksvoll ist, weil unzählige Wasserfälle aus dem Nichts auftauchen. So war es dann auch, er regnete stark, aber wir genießten den Anblick. Daniel hielt immer wieder an, um Bilder von den uns umgebenden Bergen zu schießen. Dabei fiel uns auf, dass sein Auto Öl verlierte. Er muss beim gestrigen Versuch, sich neben mich ans Ufer des Flusses zu stellen, den Öltank an einem großen Stein beschädigt haben. Ein sehr kritischer Moment angsichts der wirklich großen Öllache unter seinem Auto. Wir entschieden trotzdem weiterzufahren. Nach 2 Stunden durch sich windende Bergstraßen und kamen wir unten am Startpunkt für Bootsfahrten und Touren an. Leider war es schon so spät, dass nichts mehr fuhr und wir auch nichts wirklich machen konnten, aufgrund des Regens. Wir suchten nach Obdacht im nächsten Hotel und leisteten uns einen Kakao. Das war es also, die Fahrt, zu der ich mich überreden ließ. Lustig und unterhaltsam war sie allemal, aber wir hätten doch lieber den Wetterbericht anschauen sollen. Auf der Rückfahrt war Daniels Ölstand eigentlich bei null. Wir mussten dennoch den ganzen Weg wieder hinauffahren und daher heiß es für uns: “langsam, aber sicher“. Kurz vor dem Ende des steilen Stücks, gab es einen Tunnel, den es zu durchqueren galt. Warnschilder propagierten: „Auf keinen Fall im Tunnel anhalten!“. Ich konnte mir gut vorstellen, warum. Der Tunnel war so feucht und steil, dass man mit einem nicht allradangetriebenen Wagen kaum nochmal anfahren könnte zudem war der Tunnel abwechselnd für den herunterfahrenden und hochfahrenden Verkehr vorgesehen. Daniel fuhr vor mir mit unglaublichen 25 km/h. Sein Motor war sehr, sehr deutlich zu hören und ich fürchetete, sein Motor würde genau hier abkratzen. Das weitere Problem wäre, ich würde bei einem Stillstand unwahrscheinlich anfahren können. Wir schafften es dennoch, aber die Schweißperlen standen mir wortwörtlich auf der Stirn.

Überfahrt nach Dunedin und die Orientation Week

Dienstag, 20.02.2018

 

Die Zeit ist gekommen, ich musste mich vorerst von der Gruppe loslösen, um mich nach Dunedin zu begeben. Dunedin besteht zu 1/3 aus Stundenten, weshalb man gerade abends wirklich nur junge Leute umherirren sieht. Die 280 km meisterte ich in ca 6 Stunden, wobei man sagen muss, ich habe zwei längere Zwischenstopps eingelegt. Der Erste war ein kurzer Lauf in einer Ebene und der Zweite führte mich in ein kleines Museum am Straßenrand, welches der Fliegerei in Neuseeland gewidmet war. Ich meine, ein bisschen Kultur kann man sich ja auch hier anschauen, oder nicht? In Dunedin sah ich das erste Mal eine Straße, die sich auch Autobahn bzw. Motorway nennen kann. Während die meisten Überlandstraßen Highways heißen und einspurige Straßen ohne Leitplanken sind, war diese Stadtautobahn zweispurig und mit Absicherungen am Rand und auch zum Gegenverkehr. Ich suchte nach einer Bleibe für diese Nacht und fuhr deswegen einen der beiden kostenlosen Campingmöglichkeiten an. Leider war ich etwas zu spät und daher war schon alles besetzt von meinen Backpackerkollegen. Doof gelaufen! Ich suchte nach dem Nächstgüntigsten auf der Liste und wurde zu einem Parkplatz von einer Trabrennbahn geführt, wo man 13$ bezahlte und dafür Toiletten und den Platz bekam. Gerade als ich beginnen wollte, mir mein Abendessen zu präparieren, sah ich die Facebooknachricht von einem Bekannten von hier. Heute abend sollte es etwas zum Feiern geben. Ich packte meine sieben Sachen und fuhr ab, zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht die 13$ bezahlt. Das Problem an der ganzen Sache war, dass ich ihn dann nicht mehr erreichen konnte, da er kein Mobiltelefon besitzt. Ich versuchte krampfhaft, die Nummer seines vermeitlichen Begleiters herauszufinden, aber mir gelang dieses Vorhaben nicht. Stattdessen lud mich eine alte Bekannte von der Kirschfarm zu einer Hippieparty ein mit der Vorwarnung, es wäre schon sehr alternativ und vielleicht too much für mich. Ich begab mich schlussendlich dorthin und ich muss sagen, ja, es war alternativ und komisch, aber da kann ich mir in Berlin weitaus abgespacetere Sachen vorstellen, zumal auch nicht alle Hippies waren. Am Besten war der Poidance mit den Feuerpois. Feuertänzer-Hippies fingen an, den nahegelegenen Park einzunehmen und Kunststücke mit Feuer aufzuführen, während im Hintergrund Studenten um die Wetter rasten und ihre Autos auf den großen Straßen vorführten. Ich verbrachte die Nacht verbotenerweise wieder einmal im Auto.

Der nächste Tag war nicht spektakulär, aber gerade als ich mich wieder aus der Stadt auf zu einem Campingplatz machen wollte, wurde ich von einer Freundin in ihre WG eingeladen, wo ich die nächsten Tage verbringen konnte.

Am 18. Februar, habe ich mir selbst eine Surfstunde geschenkt. Anscheinend habe ich diese auch ziemlich gut gemeistert, denn vom deutschsprachigen Surflehrer gab es Lob. Die Wellen waren eigentlich ungeeignet für Anfänger, trotzdessen schaffte ich es einige Male, mich vom Brett zu erheben und einige Meter Wellen zu reiten. Die Temperatur war wider Erwarten ziemlich angenehm dank Neoprenanzug. Etwas später habe ich einer der Attraktionen rund um Dunedin besucht. Es war eine kurze Wanderung runter zu einer Felsformation an der Küste. Auf dem Fels selber legte ich mich dann für ein gemütliches Mittagschläfchen mit Seebrise und weicher Grasunterlage.

Der nächste Tag war in der Hinsicht etwas weniger spannend. Ich unternahm eine kleine Wanderung im „städtischen Regewald“. Es führen Wanderwege und Mountainbikestrecken durch den am Stadtrand liegenden Wald. Durchzogen von Lianen und kleinen Bächen mutet er wie seine großen Brüder im Amazonas an. Heute wäre eigentlich der erste Tag der Partzwoche gewesen, aber meine Mitbewohnerinnen überredeten mich, mit zum Volleyballspielen zu kommen. Eine Stunde Auspowern kostete 2$, was sie allemal wert waren. Danach hatte ich auch gar keine Lust mehr auf Partz und blieb daheim. Unerwarteterweise war das doch sehr angenehm sich wieder einmal richtig schön dem Sport hinzugeben.

20. Februar- mein Geburtstag ist gekommen! Welche ein Ereignis. Zur Feier des Tages beschenkte ich mich selber mit einer Führung durch die Brauerei des Bieres der Südinsel, dem sogenannten „Speight‘s Beer“. Ich kam um Haaresbreite zu spät und verpasste somit den Anfang der Führung. Der Guide war ein Nachfahre des Namensgebers des Bieres. Er erzählte uns, wie es 1876 alles anfing mit den drei ursprünglichen Gründer und wie sich die Brauerei über die Zeit zum Bier des „southern man“ mauserte. Der zweite Teil waren Einblicke in die eigentliche Bierproduktion, wovon ich aber nicht viel verstand, da der Herr einen wirklich sehr ausgeprägten Akzent hatte. Um ehrlich zu sein, glaube ich, es verstand ihn keiner außer Muttersprachler. Die ganze Tour wurde abgerundet mit einer Bierprobe, aller verfügbaren Biersorten. Von den 10 verschiedenen Typen kannte ich nur zwei, weshalb ich mich dort auch nicht zurückhielt. Während alle entweder am Tisch saßen oder sich ein neues Bier zapften, kam ich mit den Brasilianern ins Gespräch, die ich vorher als ebendiese identifiziert habe. Als ich nämlich zu spät zu der Führung kam, ging es für die Gruppe in den Fahrstuhl. Als die ältere Dame dann neben mir stand, hörte ich sie „ziemlich groß“ in Portugiesisch sagen, woran ich sie dann erkannt habe. Die beiden Großeltern kamen das zweite Mal aus Sao Paolo nach Neuseeland, um ihre Enkelin zu besuchen, die nun hier lebt. Wir, also die drei Brasilianer, eine Amerikanerin, die ich nicht als eine identifiziert hätte und ich verstanden und gut, weshalb sie uns einluden, sie in das anliegende Restaurant zu begleiten. Die Amerikanerin und ich würden uns das überlegen, erwiderten wir. Ich musste noch ganz kurz zum Auto, um ein neues Parkticket einzulegen. Wir entschieden uns, doch noch einmal zu den wirklich herzlichen Touristen zu gehen, ganz zu ihrer Überraschung. Sie hatten anscheinend nicht mehr mit uns gerechnet. Während sich die Urlauber drei Gänge bestellten, beließen wir zwei es bei einem Glas Bier. Erstens waren wir nicht besonders hungrig und zweitens waren die Preise auch gesalzen. Als ersten Gang gab es für die Brasilianer Knochblauchbrot, was wirklich zu schmackhaft aussah, um wegzuschauen. Vermutlich bemerkte es die Großmutter, weshalb sie uns wahrlich aufforderte, einen Happen vom Brot zu nehmen. Ich verneinte aus Höflichkeit beim ersten Mal, aber Oma wollte nicht lockerlassen, also griffen wir schlussendlich zu. Das Brot war wirklich sehr gut. Nach der dritten Scheibe hörte ich auf, mir aufzutun. Das Dilemma war jetzt aber, dass die Herrschafften gesättigt waren und noch ein halbes Knoblauchbrot alleingelassen dalag. Allgemein ist ja bekannt, ich schmeiße äußert ungerne noch genießbares Essen in den Müll, gleichzeitig wollte ich aber auch nicht unverschämt wirken, also beließ ich es dabei, das Brot anzustarren. Oma merkte dies und fortderte uns wieder auf, doch etwas davon zu essen. Wir bedienten uns, der Opa wirkte aber nicht sehr erfreut darüber und grunzte zu Oma rüber. Oma nickte nur zufrieden, ganz im Sinne: „Ach, lass die doch mal machen!“ Wirklich viel haben wir nicht mit den Großeltern geredet. Ich und die Amerikanerin sprachen beide kein Portugiesisch und sie verstanden kein Englisch und nur minimal Spanisch, daher musste die Enkelin dolmetschen. Trotz Grunzer vom Opa entschloss er sich am Ende, gastfreundlich wie die Brasilianer eben sind, die Rechnung von den zwei Bieren zu übernehmen.

Mein Geburtstag war immer noch nicht zu Ende. Gestärkt begab ich mich nach Hause, wenn man es denn so nennen will und verbrachte den Rest des Tages mit meinen Mitbewohnerinnen. Wir buken einen genialen Karottenkuchen und dazu gab es eingekaufte Donuts. Eine sehr süße und schmackhafte Angelegenheit. Anstatt, wie geplant, auszugehen, blieb ich Zuhause und vergnügte mich an der betagten Wii Konsole.

Der 21. war meines Wissens nach der erste Tag, an dem ich wirklich draußen war. Soul, der Freund, der mich einen Tag auf der Südinselreise begleitet hat, lud mich zu sich nach Hause ein. Wir bereiteten uns vor und gingen dann in die unieigene Bar, welche im Vergleich mit anderen Bars wirlich günstig war.

 

Den darauffolgenden Tag ließ ich es wieder ruhiger angehen. Ich besuchte das Museum der Stadt, wenn auch etwas zu spät. Aber den Hauptgrund meines Besuches durfte ich lange genug betrachten. Es war das begehbare Schmetterlingsvivarium. Umgeben von tropischer Schwüle konnte man hunderte Schmetterlinge durch einen zylinderförmigen Raum fliegen sehen. Zudem gab es Wasserfälle und andere Insekten, Arachnoide und Säugetiere zu bestaunen.

 

Es war der vorletzte Tag meines Aufenthaltes angebrochen. Ich hatte keinen blassen Schimmer davon, was ich noch besichtigen sollte. Anscheinend gab es nichts mehr, was man als Tourist noch zu sehen hätte, daher bat ich meine Mitbewohnerin um Rat. Sie empfahl mir, Richtung Osten an die Küste zu fahren, dort gäbe es tolle Strände und Dünen. Ich fuhr auf dem Weg dorthin auch noch die steilste Straße der Welt an, welche wirklich beeindruckend steil ist. Der Strand selber war auch sehr geil. Ziemlich verlassen war er, so als wäre es ein wirklicher Geheimtipp gewesen. Nur ein Surfertrio unterbrach die Einsamkeit und Stille.

 

Der 24. März war der letzte Tag meines Aufenthaltes hier in Dunedin, wahrlich eine Stadt der Jugend. Meine WG-Genossen wollten den letzten Abend mit mir gemeinsam draußen verbringen. Wir besuchten verschiedene Orte.

 

Ich muss sagen, dass ich mit den Menschen wirklich viel Spaß hatte, obwohl dies weder geplant noch von mir erwartet war, denn eigentlich kannte ich die Mädels nur flüchtig von meinem Job bei Fortune Fruit.

Arbeitstage bei Fortune Fruit

Sonntag, 18.02.2018

Am heutigen Tage fange ich also meine lang ersehnte Anstellung bei einer Kirschfarm an. Nachdem sich der Starttermin schon um 2 Tage nach hinten verschoben hat, freue ich mich nun endlich darauf, einen echten Backpackerjob annehmen zu duerfen. Das erste Meeting sollte um 10 Uhr sein, aber da ich mich ein wenig mit der Zeit vertan habe, komme ich erst viel zu spaeter auf dem Farmgelaende an. Zu meiner Entschuldigung muss man sagen, dass weder Google Maps noch die Ausschilderung mich wirklich weitergebracht haben. Nachdem ich ein Schild mit der Beschriftung “Fortune Fruit” entdeckt habe, folge ich diesem und lande nach ca. 100 Metern bei einigen Haeusern. In der Annahme, hier befaende sich der in der Email beschriebene Versammlungort, suche ich die ganze Umgebung ab. Dabei bin ich schon 15 Minuten spaeter als ich eigentlich ankommen wollte. Neben der Ansammlung von Haeusern fuehrt eine unbefestigte Strasse den Berg hinauf. Obwohl ich mir unsicher bin, ob das der richtige Weg ist, beginne ich diese unwegsame Strasse mit meinem Vorderradantriebler zu erklimmen. Waehrend die ersten 200 Meter easy peasy sind, geht es weiter oben eher rau zu. Die Strasse besteht aus schlaglochaehnlichen Riffeln, die das ganze Auto zum Vibrieren bringen. Das Ganze ist gar kein richtiger Berg im klassischen Sinne, sondern eher ein Plateau, welches von Gletschern geschaffen wurde. Auf der Hochebene sehe ich die ersten Anzeichen einer Farm. Ich sehe ein Quadbike, Traktoren, Pick-Ups, Kuehe und einen riesigen Bewaesserungsarm. Neben dem Quad steht der erste Arbeiter, den ich bis jetzt gesehen habe. Ich frage ihn nach meinem zukuenftigen Arbeitgeber “Fortune Fruit Company”. Er weiss gluecklicherweise, wo der Sehnsuchtsort liegt und zeigt mit seinem Finger die Strasse runter. Weiter geht es also auf der Staubpiste, mit meinem leidenden Auto. Ich passiere eine Kuhherde, wenn es denn die richtige Bezeichnung dafuer ist, und gelange an eine Wand aus Kirschbaeumen. Rechts oder links, welcher Weg um den Kirschblock wuerde mich wohl zu meinem Ziel bringen? Ich entschied mich fuer den rechten Weg. Anders als von Peter Fox gesungen, steht am Ende der Strasse kein Haus am See, sondern ein Fabrikgebaeude, welches das Packhaus ist. Ich erkundige mich nach dem Buero, dieses befindet sich auf der anderen Seite des Packhauses. Ich treffe auf Christina, mit der ich eine Weile im Vorraus Emailverkehr hatte, und erzaehle ganz beschaemt, dass ich leider Gottes etwas zu spaet angekommen bin. Dieser Aussage wurde aber nicht einmal minimalste Betrachtung geschenkt. Sie fragt nach den Unterlagen, die fuer die Einstellung unabdingbar sind. Ich antworte, dass diese eigentlich fertig sind und ich diese im Auto habe. Das war auch nicht gelogen, denn ein Teil war wirklich ausgefuellt, aber 2-3 Blaetter fehlten eben noch. Als ich es dann endlich aus dem Auto schaffe und mir im Kopf schon Christinas Vorwuerfe anhoere, treffe ich vor dem Buero auf eine Menge Menschen. Der Grossteil davon aus dem chinesischem Raum. Ehrlicherweise dachte ich anfangs, dass es sich hierbei um Touristen handelte, auch wenn ich nicht explizit danach fragte. Alle geben ihren Zettel ab und erzaehlen mir, das vorangegangene Meeting haette sich nicht gelohnt, da keine wirklich wichtigen Informationen ausgegeben worden sind. Ich starte meine erste Kontaktaufnahme und begleite einen Kanadier und zwei Mini-Chinesinnen in die naechste Stadt, um Holz fuer ihr Bettgestell zu holen, anschliessend besuchen wir noch einen Secondhand-Shop, um uns mit Arbeitskleidung einzudecken. In der Kueche gibt es kaum Stauraum, da die Schliessfaecher von den Leuten besetzt worden sind, die schon vor Tagen angereist sind, so bleibt mir nur, meine Plastikbox mit all den trockenen Sachen, die nicht unbedingt in den Kuehlschrank muessen unter die Spuele zu stellen

Das war mein erster Tag, wobei ich den Abend im Auto verbrachte, ueberwaeltigt bei der Masse an neuen Menschen, wobei interessanterweise kein einziger Deutscher war. Dies ist fuer Neuseeland recht ungewoehnlich, tummeln sich hier doch um die 20.000 Deutsche.

 

Tag 2 in meinem neuen Abenteuer ist angebrochen. Wir starten um 8:00 Uhr und sollen uns am Packhaus versammeln. Die einzelnen Staionen und die dazugehoerigen Arbeiter werden zusammengefuehrt. Ich werde nicht aufgerufen oder vielleicht wurde ich auch mit Till aufgerufen, was ich dann aber nicht mitbekommen habe. Ich werde also ganz am Ende mit einigen anderen “manuell” meiner Abteilung zugeordnet. Ich lande, wie ich es mit Christina vorbesprochen habe, im Kuehlraum. Ein aelterer, dicker Mann mit schief sitzender Muetze wird also mein Supervisor fuer die naechsten Wochen sein. Mein Kollege ist aus Kanada und traegt einen schwarzen Kapuzenpullover und darueber eine Baumfaellerhemd. Alle stellen sich vor: Nicol aus Cromwell, Neuseeland; Darcy aus Montreal, Kanada und Lukas aus Berlin, Good old Germany. Wir drei schmeissen also den Laden hier. Anfangs ist echt nichts los gewesen. Ich habe mich gelangweilt und hab mir dabei gefuehlt alle Zehen abgefroren. Mein Job besteht darin, durch Fenster in den Kuehlraum kommende Kirschschachteln mit Deckeln und Produktstickern zu versehen und diese dann auf Paletten zu stapeln. Ich kam mir vor wie im falschen Film, warum um alles in der Welt wuerde man drei Personen in den Kuehlraum stellen und dann 2 Boxen pro Minute durch die Fenster schieben? Man versprach mir Besserung und gelobte, das Tempo am naechsten Tag wuerde anziehen. Nicol ist 60 und spricht mit so einem heftigen Akzent Englisch, dass ich ihn den meisten Faellen nicht verstand und ihn wie ein Auto anstarrte. Zu seinem Akzent gesellten sich noch komischer Humor. Der erste Arbeitstag war vorrueber und ich war noch nicht gaenzlich ueberzeugt von dem Job.

Die Tage vergingen und wir bekamen Zuwachs. Ein junger Maori erschien auf der Bildflaeche und sollte uns helfen. Um ehrlich zu sein, fragte ich mich bloss, warum wir nun ueberhaupt einen neuen Arbeiter brauchten. Wir waren alle gut ausgelastet, was nicht schlecht war, denn so wurde einem nicht kalt. Der junge Maori namens Josh, hatte einige Eigenheiten an sich, so hickste er beim reden, aehnlich wie es Goofy immer tut. Zudem war er vollkommen unbefangen in Sachen Ausdruck seiner Emotionen. Es kam also vor, dass besagter Mensch aus dem Nichts einen Schrei ablaesst oder gerne auch mal unsere geliebten Kirschboxen schlaegt. Zudem hatte er eine geistige Sternstunde, als er Kirschen durch den Kuehlraum gegen die Wand schmiss. Die beiden Latinos, die in der Zwischenzeit bei uns eingezogen sind, machten mich darauf aufmerksam und wollten mich eingreifen sehen. Da ich nunmal der am laengsten hier Arbeitende bin, verstand ich das auch und sprach Josh darauf an. Natuerlich konnte ich ihn nicht ermahnen, da ich in keinster Weise ueber ihm stand.

Darcy, der schon mehrere Jahre Packhaus auf dem Buckel hatte, erlernte eines Tages die Kunst des Palettenbindens. Aus Spass fragte ich ihn, ob er befoerdert wurde.

Eines Tages als wir in der Mittagspause zurueck zum Camp liefen, das taten wir fast jeden Tag, da das Camp nur 6 Minuten vom Arbeitsplatz erfernt liegt, fragte uns einer der Erntehelfer, ob wir zusammenarbeiteten. Daraufhin antwortete der Kanadier zu meiner Ueberraschung, dass er mein Supervisor/Vorgesetzter waere. Mir hat es in dem Moment ernsthaft die Sprache verschlagen, weil ich es nicht fassen konnte. Er erzaehlte mir, unserer eigentlicher Vorgesetzter werde abwesend sein. Er nannte nicht wie lange dies der Fall sein sollte, also glaubte ich, es ginge um den Rest der Arbeitszeit. Gluecklicherweise handelte es sich nur um einen Tag, an dem Nicol fuer einen Krankenhausbesuch fehlte. Doch dass Darcy nun seine rechte Hand spielte, sollte weitergehen. Zugegeben, er spricht auch am besten Englisch und versteht trotz starkem Kiwiakzent alle Befehle. Seinem Aufstieg stand nichts mehr im Wege, sodass er nach einiger Zeit mehr administrative Jobs uebernahm wie zum Beispiel das Etikettieren von den gruenen Supermarkt-Obstkisten oder das Beschrifften der Paletten mit den Lieferadressen. Wenn ich schon gerade von der Organisation spreche, dann kann ich auch gleich erwaehnen, dass diese des Oeffteren total ineffizient und schlecht war. So gerne ich diese Farm und deren Leute und die Bemuehungen der Besitzer, den Aufenthalt schoen zu gestalten, bewundere, so sehr konnte ich ueber die Zeit hinweg Fehler beobachten. So kam es in regelmaessigen Abstaenden vor, dass wir Kistendeckel praeparierten indem wir sie etikettieren bevor dann der Ansturm von Kisten kommt, und besagte Sticker waren dann die falschen oder der Plan aenderte sich oder jemand hat einen Buchstaben im Empfaengernamen vergessen und und und… Das hiess fuer uns dann die ganzen Sticker auf den Deckeln erhitzen und entfernen und neue aufbringen. Manche Boxen erlebten so 3 Generationen von verschiedenen Stickern. Das war vielleicht ein Bereicherung! Man steht den ganzen Tag mit drei Schichten Kleidung bei 2 Grad in der Kuehltruhe und dann muss man rausgehen in die Mittagshitze, um die falsch geklebten Sticker mit einer Hitzepistole zu entfernen. Ein wahrer Segen, sich dann schoen die ganzen Schichten Isolierung abzustreifen. Spaeter fuehlt man sich dann so aufgeheitzt, dass man aus Uebermut ohne die schuetzende Isolierung den Kuehlraum betritt und sich innerhalb von 60 Sekunden einen haesslichen Schnupfen einfaengt. Zudem liess und die Maschine ueber die 7 Wochen uns des Oefteren im Stich. An einem Tag war es so schlimm, dass wir mindestens 5 mal eine Pause einlegen mussten, da die Maschine wieder einmal unterbrach und jemand hin und her flitzte, um sie wieder in Gang zu setzen. Meist war das Daniel, der Sri Lankische Kenianer, der nun in Kanada lebt und den lieben langen Tag am Computer sitzt und kontrolliert, dass alles auch richtig laeuft. Meistens vertreibt er sich die Zeit auf diversen Webseiten, aber wenn es dann mal hart auf hart kommt, ist er zur Stelle. 

Mit einem jungen Franzosen konnte man die Arbeit gut verbringen, waehrend wir uns nach der europaeischen Effektivitaet sehnten und Witze ueber den Kiwi-Akzent machten. Ich musste naemlich fuer einen Tag an die Kirschsepariermaschine aushelfen. An sich ein guter Job; man hat frische Luft, bekommt etwas von der Sonne mit usw. Aber teilweise kam es witzigerweise vor, dass wir drei Personen hatten, um Eimer mit Kirschen gefuellt aus einer Kiste heraus zu heben und in ein Wasserbecken auszustreuen. So musste einer den Eimer anheben und diesen dann der zweiten Person geben. Die zweite Person hielt den Eimer, bis er diesen dann an den Dritten geben kann, der diesen wiederrum auskippt.

Hoehepunkt dessen war als wir 4 Tonnen Kirschen auf die Deponie bringen mussten, weil sie keinen Abnehmer fuer die Kirschen finden konnten. Nachdem die Kirschen gepflueckt, gewaschen, gewogen und eingepackt wurden, kamen sie zu uns ins Kuehlhaus. Wir stapelten die Boxen und sicherten sie mit Plastikbaender, bis dann der Auftrag kam: Alles muss raus, Kisten auskippen und zum firmeneigenen Loch bringen. So schade es auch war, wir machten das Beste draus und schnappten uns kistenweise Kirschen fuer das Camp, um damit zu Backen oder Marmelade zu kochen. Am Muellloch, kam zufaelligerweise der Schuetze, welcher die Baeume mit einer Schrotflinte vor Voegeln verteidigte. Ich und Axel entschieden schnell, dass wir unbedingt fragen muessten, ob wir die Waffe bedienen duerften. Und Voila, er erklaerte sich bereit, uns jeweils ein Mal schiessen zu lassen. Ein echtes Farmererlebnis!

Eines Tages gesellte sich ein Rentner zu unserer Truppe im Kuehlhaus. Gerade als einer von unseren Leuten zu der Kirschsepariermaschine wechselte und ich dachte, wir haetten nun endlich wieder etwas zu tun, kam wieder jemand Neues dazu. Ein netter 70-Jaehriger Herr, der sein Handwerk verstand. Wenn auch langsamer als wir, arbeitete er ununterbrochen vor sich hin. 

 

Am Ende der Saison wurde dann endlich das lang ersehnte Mittagsessen gebracht. Unsere Schnittstelle zwischen Kuehlraum und Aussenwelt hat uns das schon seit 2 Wochen versprochen. Die zwei Asiaten, die die letzten zwei Wochen jeden Tag im Auftrag des Chefs unsere Kirschqualitaet prueften, brachten an diesem Tag eine Wagenladung Chicken Wings, Pommes, Kartoffelbrei und Sauerkraut von KFC und dazu noch kistenweise Zuckerwasser. Auch wenn die Speisen nicht besonders gesund waren, hat man sich doch gefreut mit dem ganzen Packhaus gemeinsam fuer seine Arbeit anerkannt zu werden. Am allerletzten Tag stand es schon von vornerein fest, dass dieser Tag hoechsten bis Mittag gehen wuerde, da vom letzten Kirschbaumblock nicht mehr viel uebrig blieb. So gab es schon gegen kurz nach 12 Uhr von der Firma gesponsorte Biere fuer alle und dazu noch mit Kirschsaft beschmierte Gesichter durch die Latinas vollzogen. Selbst die Manger spielten mit. Am naechsten Tag war dann wirklich Schluss, als dann Broetchen fuer alle gebracht wurden und die besten Arbeiter mit Fortune Fruit Tshirts belohnt wurden. Dazu durfte jede Nation seine Nationalhymne vorsingen, bei manchen war es eher gezwungenermassen. Fuer viele hiess es am naechsten Tag Abreise, waehrend einige wie auch ich noch einige Tage abwartete, um den Ansturm auf kostenlose Waschmaschine etc. zu entkommen.

Autokauf und erste Tage

Montag, 27.11.2017

Ich habe mich in den vergangenen Tagen bezueglich eines Autos schlau gemacht. Heute geht es nun endlich zu meiner ersten Besichtigung hier. Es ist ein junger Typ aus Deutschland, der gefuehlt alle erwerbbaren Drogen konsumiert und auch so aussah. Barfuss, hippiemaessig und die Wohnung war ein Mix aus Saustall und Improvisiertem. Ich habe dann mit ihm ein bisschen ueber den Preis verhandelt, was dann eine Differenz von mageren 150 Euro ausmachte (2050 Euro --> 1900 Euro). Das Interessante war ja aber, dass er die gleiche Anzeige mit dem gleichen Auto einen Monat frueher auch schon veroeffentlich hatte und das zu einem Preis von 1750 Euro. Die habe ich ihm dann unter die Nase gehalten und ihn darauf hingewiesen. Er wies das Argument damit ab, dass in einer Stunde die naechsten potenziellen Kunden kaemen und es sowieso gerade die Jahreszeit waere, in der die ganzen Backpacker Autos kaufen, was nicht ganz falsch war. Zudem hat er angeblich viel mehr Arbeitsstunden reingesteckt und Ersatzteile einbauen lassen, sodass er jetzt schon Verlust machen wuerde. Ich schloss also den Deal, dass ich mit ihm am naechsten Tag zum Autocheck fahre und wenn die nichts zu beanstanden haben, kaufe ich das Auto fuer den verhandelten Preis.

 Am Abend teffen sich Esmee, Michael und ich nochmal, um Geld in Burger zu investieren.  

Der naechste Tag, es ist soweit. Sascha, der Drogenjunge alias mein potenzieller Verkaeufer, holt mich von Zuhause ab. Ich bitte Micheal mitzukommen, um ihn zu beschaeftigen, waehrend ich mit dem Mechaniker das Auto anschaue. Es sind zwei franzoesische Brueder, die sich in der Naehe des Flughafens selbststaendig gemacht haben. Der aeltere Bruder hat den Anfang gemacht und untersuchte erstmal den Motor und dann die Reifen. Er macht mich auf ein Leck in der Oelpfanne aufmerksam, zudem stellt er die Bremsfaehigkeit in Frage. Zu guter Letzt warnt er mich vor einem vermutlich alten Steuerriemen, der bei Altersschwaeche reisst und den Motor so komplett lahmlegen kann. Der Bruder uebernimmt ab hier, er testet das Getriebe und die Fahrweise. Insgesamt ist es ein gutes Auto, stellt er fest. Aufgrund der potenziellen Maengel gibt er mir einen Preis, den die Haendler maximal zahlen wuerden, wenn sie ihn kauften. Dies dient mir als Orientierung. Michael beschaeftigt die ganze Zeit Sascha, was ich ueberaus angenehm finde, da ich mich so nicht mit ihm abquaelen muss und mich auf das Auto konzentrieren kann. Seinen Preis will Sascha immer noch nicht senken, trotz einiger Maengel. Ich versuche Mike miteinzubinden und dass Sascha doch wenigstens seinetwegen, weil sie sich doch so gut verstehen und wir die naechste Zeit miteinander verbringen werden, den Preis senken soll. Nichts da! Ich ueberlege, der Kerl ist echt ein harter Brocken, so etwas ist mir in meiner Karriere als Verhaendler noch nicht entgegengekommen. Mike springt ein und bietet mir an, 250$ dazu zu geben, weil meine Schmerzgrenze von 3000$ ueberschritten wurden. Ich schlage ein (oder wir, wie man das sehen moechte).

Sascha und Mike verstehen sich so gut, dass Sascha Mike mit nach Akaroa einlaedt. "Komisches Zeug machen", hiess es. Ich wollte eigentlich auch nicht meht wissen, was sie sich da vorgenommen haben. Auf jeden Fall wollte Mike aka Mikael, wie ich ihn auch manchmal nenne, das Wochenende mit diesen Jungs verbringen. Bevor dieses startet, fahren wir drei vorerst wieder zurueck zu unserem Hostel in der Dorset street, um unsere restlichen Sachen zu holen. Dort treffe ich auf einen anderen Freund, der jetzt zur Rugby-WM geht. Da ich nichts weiter zu tun habe, entscheide ich mich, mit ihm mitzugehen. Ich buche das Ticket, aber wollte vorher noch das Auto ummelden und die anderen beiden ungefaehr in Richtung Saschas Haus bringen. Das Ganze wurde am Ende ziemlich knapp, sodass ich leider die Nationalhymne der Schotten verpasste, die gegen die Neuseelaender spielten. Gluecklicherweise durfte ich dennoch den weltberuehmten Haka (https://www.youtube.com/watch?v=yiKFYTFJ_kw|) sehen, ein Tanz, der vor Spielen aufgefuehrt word und noch aus der Zeit der Ureinwohner stammt, um die Feinde einzuschuechtern. Das war echt beeindruckend. Leider hatte ich mindestens die erste Spielzeit nicht verstanden, wie das Spiel funktioniert. Es schien so, als wenn 2 Teams die ganze Zeit ohne Sinn und Verstand aufeinander zustuermen, um dann nach 2 Meter von den Gegner abgefangen zu werden und auf den Boden geworfen zu werden. Irgendwann fragte ich dann meine Nachbarin nach den Regeln, da ich leider vor dem Spiel keine Zeit mehr hatte, um mich ueber die Regeln schlau zu machen. Sie war ganz erstaunt und fragte nur, ob es in meinem Land kein Rugby gaebe. Ich verneinte, "wir stehen eher auf Fussball, wuerde ich sagen.' Daraufhin fiel die Frage, woher ich denn kaeme. Als sie meine Antwort  bekommt, freut sie sich wie ein kleines Kind. Sie ist Samoa-Deutsche und daher eine Ureinwohnerin Ozeaniens. Deutsch spricht sie aber nicht. Jedenfalls erklaert sie mir die Regeln des Spiels. Jetzt wird mir so einiges klar. Das Team mit dem Ball wird von den Gegner getackelt, also zu Boden geworfen. Wenn der Ball den Boden beruehrt ist sozusagen der erste Versuch verbraucht. Insgesamt darf das ballbesitzende Team 5 Anlaeufe starten, um einen Treffer zu erzielen. 

Nach dem Spiel will ich erstmalig die Vorzuege meines Autos auskosten und auf einem kostenlosen Campingplatz uebernachten. Dieser liegt jedoch sehr weit ausserhalb, rund eine halbe Stunde, weshalb er auch so guenstig ist. Es soll ein Campingplatz an einem Reservat sein. Als ich ankomme, sehe ich, dass da nichts war. Der einzige Eingang bzw. Auffahrt, die dort war, fuehrte zu einer Raketenshow. Da wollte ich nicht hin, also fuhr ich den Weg weiter runter. Endstation. Also wieder zurueck. Ich frage erneut Leute, ob sie Einheimische sind und ob sie wissen, wo der Stellplatz sei. Von allen 5 Passagieren wusste keiner etwas davon. Da fragt der Fahrzeugfuehrer, ob ich mit dem Auto hier sei. Ich bejahe. Die Person laedt mich ein, auf ihrem Hof zu parken und dort zu uebernachten. Ich verstehe, dass es nur zwei Minuten von dem jetzigen Punkt entfernt liegt. Ich fahre also hinterher, nicht ganz im Klaren, was mich jetzt erwartet. Als sich die Fahrt, wohl eher Verfolgungsjagd, weil das Auto vor mir so schnell fuhr, hatte ich das Gefuehl, wir wuerden den ganzen Weg zurueck fahren, den ich gerade auf der Hinfahrt bestritten hatte. Und so kam es auch. Wir waren am Rand von Christchurch. Ich stelle mein Auto ab und merke schon, dass es sehr unordentlich war. Egal. Die Gastgeberin, ich sehe sie jetzt zum ersten Mal im Licht, nimmt mich mit zum Bier kaufen. Sie ist klein, Anfang 30, traegt Glatze, bis auf einen Zopf, den sie sich stehen laesst, ein bisschen mollig, traegt gerade eine Camouflagehose und ist barfuss unterwegs. Auf der Fahrt quatschen wir ein bisschen. Sie ist die Eigentuemerin der Immobilie und vermietet sie unter. Sie hat ihre besten Freunde um sich gescharrt, um sie vor dem Drogenabgrund zu beschuetzen. Zu viele hat sie schon abstuerzen sehen und willl die letzten Verbleibenden retten. Die Betonung liegt auf HARTEN DROGEN. Gegen Weiche haben sie nichts, wie ich sehe, als ich das erste Mal die Wohnung betrete. Zigarettenstummel, altes Obst, ungewaschene Teller/Kueche, Bierflaschen, Bong und zwei Hunde , wobei die Tochter von dem Rueden geistig behindert war und ab und zu ihre Ticks hat. Auf der einen Seite bin ich verwundert, wie ich es immer wieder schaffe, Hippies oder Austeiger anzuziehen und auf der anderen Seite bin ich einfach nur froh, dass ich doch auf der Couch schlafen darf. Diese war wahrscheinlich gemuetlicher als meine Kaltschaummatratze im Auto. Die Gastgeberin lud mich schon mal fuer den naechsten Abend ein, da dort das grosse Feuerwerk abgehalten wurde. Die Gastgeberin schlief mit ihrer Verlobten Kuenstlerin in der, wie ich sie liebevoll nenne, "Hippiehoehle". Ich beschreibe sie kurz, dann ist, glaube ich klar, warum ich sie so nenne. Also bunte Tuecher, die von der Decke hingen, ein Hozofen, viel Unrat und ein riesiges Bett, in dem alle ihre Gaeste Platz hatten. Jetzt fehlte nur noch die Lavalampe. Die Hoehle war ausserhalb des Hauses und stand dort, wo eigentlich eine Garage sein sollte. Ich schlafe diese Nacht sehr gut. Die frage ist jedoch am naechsten Morgen, ob und wenn, wo ich hier fruehstuecke. Wie gesagt, in der Kueche stapelte sich das Geschirr, daher fand ich auch auf Anhieb keine sauberen Sachen mehr. Ich fragte im Nachbarzimmer den Zocker, ob er mir einen Teller und ein Messer geben kann. Er findet sie zu meiner Ueberraschung sogar. Nachdem ich fertig war, ueberlege ich, ob ich den Teller und das Messer wirklich reinigen sollte, da es ja eh niemandem auffallen wuerde. Ich wusch sie trotzdem, da ich hier als Gast war und sogar hier schlafen durfte. Meinen Muell versuche ich im ueberfuellten Muelleimer unterzubringen. Schwerer getan an gesagt. Ich verlasse das Haus, um den Tag im Internetcafe zu verbringen und meinen Blog auf dem nahezu neusten Stand zu halten. Wie gut das klappt, kann man daran sehen, dass die hier beschriebene Situation schon knapp einen Monat zurueckliegt und ich es heute (2.12.17) erst schaffe, den Beitrag zu veroeffentlichen.

Abends gehen wir los, um dem spektakulaerem Feuerwerk beizuwohnen. Es ist lustigerweise zu Ehren von Guy Fawkes, der ein katholischer Offizier des Koenigreiches England war und am 5. November 1605 in London ein Sprengstoff-Attentat auf dessen König Jakob I. und das englische Parlament versuchte.

Im Gedenken an das Scheitern des sogenannten Gunpowder Plot (der Pulververschwörung) wird alljährlich vielerorts in England (v. a. von Anglikanern) die Bonfire Nightmit traditionellen Feuerwerken und Fackelzuegen veranstaltet. So passiert dies auch in Neuseeland. Als wir den Berg hochfuhren, um einen guten Blick zu bekommen, begegnen uns viele herabfahrende Autos. Ich wundere mich, bis dann die Ansage kam, dass wir das Feuerwerk verpasst haben. "Die Zeitangaben in der Zeitung waren falsch." Lustigerweise waren wir die Einzigen, die den genauen Start nicht mitbekamen. Als wir dann Zuhause ankamen, blieben wir alle in der Hoehle. Als ich mich dann Richtung Auto bewegte, bemerkte ich, dass mir jemand folgte. Es war der schwule englische Freund von der Gastgeberin. Das war es also vor dem mich so viele gewarnt haben. Wenn du trampst und um die Welt reist, wird dir frueher oder spaeter ein Typ aufdringlich gegenueber. Wie auch immer, ich vollbrachte es, ihn zu verscheuchen. Zu meiner Sicherheit fuhr ich das Auto noch um die Ecke, sodass er nicht wuesste, wo ich bin, falls er nochmal rauskommen sollte. Ab morgen geht es ja zum Glueck mit Michael weiter. Puuhh.

  

Meine allererste Woche in Ozeanien und Christchurch

Montag, 13.11.2017

Sonntag: Ich bin in diesem Moment in meinem Backpacker-Hostel angekommen. Ich komme an der Rezeption an und gehe rauf in mein Zimmer. Auf dem Grundriss sah mein Zimmer ziemlich gross aus. Das ist es auch, aber ich vergass, dass ich ja nur ein Mehrbettzimmer gebucht hatte. Wenigstens sind es keine Doppelbetten, die hier rumstehen. Insgesamt 5 Schlafplaetze stehen zur Verfuegung und nur einer ist bis jetzt besetzt.Mal sehen, ob ich ihn heute noch zu Gesicht bekomme. Na gut, erst mal ankommen ist die Devise. Nach einiger Zeit mittagschlafend entscheide ich mich, in die Stadt zu gehen und nach einem Supermarkt zu suchen. Ich muss wirklich weit laufen, aber das macht nichts. Die Stadt ist wirklich nicht sehr belebt, aber das kann auch daran liegen, dass es Sonntag ist. Ich frage mich rum, irgendwann treffe ich auf einen dicken Mann, der schwer atmend durch die Strassen laeuft. Er begleitet mich ein Stueck und wir finden dann beide herraus, es gibt hier anscheindend doch keinen Supermarkt. Mir entspringt die Frage, was man denn sonst hier so machen koenne im schoenen Christchurch. "Nichts", antwortet er, "aber da drueben ist ein Pub. Wie waere es damit?" Ich stimme zu, da ich sonst nicht viel mehr heute Abend gemacht haette. Mir faellt die ungeheure Kaelte an diesem fruehen Abend auf. Wie auch immer, jedenfalls bestellen wir uns beide einen richtigen irischen Krug des Hausbieres. Tische, die frei waren, gibt es kaum, also setzen wir uns an den Tisch eines alten Mannes. Der Dicke fragt ihn, woher er denn sei, ihm ist der Akzent aufgefallen. Und da passsiert es. 

Beide sind doch tatsaechlich aus England. Wer es glaubt!? Da sitze ich nun also am Tisch mit einem Rentner und einem dicken Mitdreissiger mit roten Baeckchen. Hach ja. War uebrigens ein lustiger Abend. Der Rentner will gehen, als ich ihn auf die noch fruehe Urzeit aufmerksam mache. Es ist doch erst 7 Uhr abends, wie kannst du nur jetzt schon gehen? Es stellt sich herraus, dass es doch schon 9 Uhr ist und meine Uhr einfach noch zeitlich in Sydney ist. Mist. Deswegen ist es auch so kalt. Ich fahre mit dem Taxi nach Hause. Vorher laedt mich Herr GB noch ins Casino am naechsten Tag ein.

Montag: Auf Empfehlung von meinem gestrigen Taxifahrer, begebe ich mich heute Richtung Potthills. Die groessten "Berge" in der naeheren Umgebung. Der Weg dahin dauert mit dem Bus rund 30 min. Was mir auffaellt ist, dass es keine richtigen Stationen gab. Also es gab schon Stationen, aber diese hatten keine richtigen Namen und wurden auch auf keiner Liste aufgefuehrt, - komisch! Hoch fahre ich fuer circa 16 Euro, was eigentlich schon ganz schoen viel ist... Der Ausblick oben auf dem Berg ist dafuer aber umso schoener. Ich lege mich kurz in das Gras und entspanne. Nachdem ich nichts Interessantes mehr finde, bewege ich mich Richtung Gondelstation. Im Keller der Station gibt es noch eine 10 minuetige Rundfahrt in einem Wagen, was aber wirklich ultra langweilig ist. Ich entschliesse mich anschliessend statt mit der Gondel ins tal zu fahren, lieber auf der anderen Seite hinunter zu wandern. Dies sollte nicht meine erste Wanderung sein. Obwohl an dem Wegschild steht, dass der Abstieg nur 30 min dauern soll, plane ich mit mehr Zeit, weil ich keine Wanderschuhe trage. Der Weg zieht sich immer mehr hin und ich verfalle in leichte Panik, da ich nicht sehr viel Wasser mithabe und die Sonne immer tiefer schien. Nach rund 40 min auf dem Trek hoere ich seit einer gefuehlten Ewigkeit endlich wieder menschliche Stimmen. Es ist eine Familie mit 3 Kindern, wie schoen. SIe sagen mir, es sei nicht mehr weit bis zum Ende des Pfades. Und da stehe ich nun, der Weg war wirklich nur 40 min lang und ich habe das Dorf Lyttleton direkt am Meer erreicht. Der hiesige Hafen ist der drittgroesste, trotz der geringen Groesse des beheimatenden Dorfes. Ich will jetzt etwas zu Essen und frage mich rum. Das Lokalste, was es hier gibt, sind Fish 'n' chips - sehr aussergewoehnlich! Ich entscheide mich dagegen und kaufe stattdessen ueberteuertes Brot und uebeteuerten Kaese ( 10$/6 Euro fuer 500g Kaese, der sich so nicht nennen duerfte). Ich gehe Richtung Werft und als ich nicht weiterkomme, setze ich mich just auf den Buergersteig und fange an zu essen. Leute passieren mich und gruessen, wenn auch sehr verwundert. 

Ich bewege mich langsam zurueck Richtung Unterkunft, dafuer nehme ich den Bus. Angekommen im Hostel bemerke ich zu meiner Ueberraschung, dass sich "mein" Raum gefuellt hat. Es sind nun 2 unbekannte Personen darin. Mir kommen sie vor wie ein Paar und ich stelle mich kurz vor. Nachdem ich meine Tagesgeschichte berichte, gehe ich rueber in die Kueche und versuche mich an meinem ersten Gericht ausserhalb Deutschlands. Es soll heute Guacamole geben, nehme ich mir vor. Der kleine Typ von dem vermeindlichen Paar kommt mit dem Maedchen rein und er faengt an, wie ein Wilder die Zwiebeln klein zu machen. Beeindruckend. Schade, dass ich niemanden habe, der mich bekocht, aber halb so wild, die Guacamole wird bestimmt schmecken! auf einmal betritt ein anderes Wesen den Raum. Es stammt aus dem Niederlande, dem Land der Tulpen und des Kaeses. Sie stellt sich als Amsterdamerin vor und ist auch eine, die im Raum 1 wohnt, also eine Zimmergenossin. Wie schoen, dann kommt hier endlich mal Stimmung in den Laden. Sie nennt sich Esmee, waehrend der kleine Typ Michael heisst und aus England kommt und Koch ist und deswegen so gut schnippeln kann und das rothaarige Maedchen oder vielleicht auch Frau aus Deutschland kommt, was ich aber so nicht wahrgenommen hat und sie sich selbst "Ginger" nennt, was mir auch befremdlich vorkam und dass sie "keinen Bock hat, mit Deutschen Zeit zu verbringen". Die Rothaarige kam mir irgendwo suspekt und in sich gekehrt vor. Es war auch der Tag, an dem ich das erste Mal, das von vielen gehasste "Vegemite" probierte. Schmeckt wie Maggi mit der Kosistenz von Nutella, sehr eigen. Uebrigens, um es mal aufzuloesen, die Guacamole ist die schlimmste, die ich je gegessen habe. Sie besteht aus 50% rohen Zwiebeln und Knoblach und aus 50% Avocado. Das liegt daran, dass die zweite Avocado, die ich auch verwenden wollte nicht eibn mal annaehernd reif war.

Wir lernen noch ein Niederlaendisches Paar kennen und gehen alle gemeinsam in einen Irish Pub. Wohlgemerkt Madame "Ich will nicht mit euch" blieb in der Stube. 3 Bars besuchen wir insgesamt an diesem Abend. War doch ganz ok. Doof war natuerlich, dass wir dann spaeter einen nach dem anderen zurueck in das Zimmen gingen, was bestimmt nicht die leiseste Methode war. 

 Dienstag: Ich begebe mich selbststaendig in den Botanischen Garten. Auf dem Weg dahin treffe ich drei Uniformierte Jungs mit Golfschlaegern in den Haenden. Ich schaue zu und applaudiere fuer den gelungenen Schlag. Danach frage ich, ob ich auch mal duerfe. Wir kommen ins Gespraech. Es stellt sich herraus, dass die jungen Herren gerade ihre Privatschule schwaenzen - ich werd' nicht mehr, so was geht doch mal gar nicht. Ne, eigentlich war mir das total egal, hauptsache ich durfte mal den Schlaeger schwingen. Nachdem ich meine psychische Mitte gefunden habe ich mich auch in die psysisch korrekte Position begebe, wage den ersten Schlag. Ich kam, ich sah und ich verfehlte... Mist. Ok, Klappe die Zweite. Ich hole aus und treffe den Ball so perfekt, dass er eigentlich direkt in das Loch gehen koennte, doch das ist mir nicht vergoennt, sodass er etwas neben der Fahne liegt. Die Jungs gratulieren mir zu diesem hevorragenden Manoever und ziehen von dannen. Ich besuche den Botanischen Garten mit all seiner Artenvielfalt. Selbst die deutsch Linde schaffte bis in den im 19. Jhd. gegruendeten Park. Ich streune umher und suche Esmee, die hat sich aber schon wieder auf den Rueckweg nach Hause gemacht. Ich fasse den Entschluss mich heute auf ein Neues selbst zu bekochen. Ich entscheide mich fuer Quark mit Pellkartoffeln. "Quark" wie in Deutschland gibt es hier nicht. Erstens heisst er hier "Kwark" und zweitens hat er eine yoghurtartige Kosistenz und wenn man danach sucht und der Verkaeufer mal nicht weisst, wo es den Kwark gibt, dann muss man sich echt anstrengen. In einem 10 Meter langen Kuehlregal, wo alles doppelt und dreifach vorhanden ist, gab es genau ein Quark-Produkt.

Der Quark ist schon lange fertig und schmeckt auch bombastisch, aber die Kartoffeln lassen auf sich warten. Ich habe naemlich zu den weissfleischigen Kartoffeln gegriffen und die ganze Zeit darauf gewartet, dass sie endlich gelb werden. Die Zeit draengt. Wir wollen noch in das Casino, weil dort heute Abend ein Quizabend stattfindet. Sogar der Ginger kommt mit, zu meiner Verteidigung, ich habe ihren Namen die ersten zwei Tage nicht gekannt und auch wieder vergessen, daher Ginger. Irgendwas ist dazwischen gekommen, sodass der Quizabend ausfiel. Der Ginger hat sich aber an diesem Abend mal von einer ganz anderen Seite gezeit. Sie springt heute mal rum und tanzt zur Musik und scheint das erste Mal gluecklich. Wir gehen gerade zu unserem Alternativziel: dem Pub, in dem ich schon an meinem ersten Tag war. Nach einer Weile bewegen wir 5 Gestalten in den zweiten Stock des Pubs. Als sich der Fahrstuhl oeffnet, haben wir einen ganzen, leeren und dunklen Stock fuer uns, niemand ist hier. Wir schmeissen unsere eigenen Boxen an und haben Spass. Irgendwann spaeter laeuft an unseren Sofas eine Frau vorbei und grinst uns an. Als sie uns das 3. Mal aufsucht, hat sie den Sicherheitsmann und zwei Kollegen im Schlepptau. Meiner Meinung nach ein uebertriebener Aufwand, aber gut. Wir wurden nach unten begleitet und uns wurde mitgeteilt, dass wir das Bier zwar noch austrinken duerften, danach aber das Lokal verlassen mussten. 

 

Mittwoch: Wir, also Michael, Esmee und ich waren am Strand.

 

Rueckreise in die Stadt der Ladyboys und des Trubels

Montag, 06.11.2017

Wir befanden uns immer noch mitten in der Trauerphase des Koenigs. Ich hatte mich mit einem Deutschen zusammengeschlossen, um gemeinsam die Rueckreise nach Bangkok anzutreten. Die Rueckreise war nicht besonders angenehm. ich habe mich in die letzte Reihe verzogen und dort probiert, ein wenig Schlaf zu erhaschen. Das hat eher weniger funktioniert. Am anderen Ende der letzten Sitzreihe war ein Hollaender, mit dem ich dann auch etwas spaeter ins Gespraech kam. Wir hielten lustigerweise - lustigerweise deshalb, weil ich das nicht von der Hinfahrt kannte - an einer Fressmeile. Dort hielten 3 Busse, wobei in den Stosszeiten auch schon mal mit ueber 10 Bussen Leute hierher gekarrt wurden. Zu kaufen gab es allerlei Essen und Krimskrams, so wie zum Beispiel eine uebergrosse Chipstuete. 

 

Cut! Ich bin jetzt an  der Endstation unserer Rueckfahrt angekommen. Diese liegt nicht wie der Start auf der Khaosan Road, sondern ausserhalb, gefuehlt am Arsch der Welt. Die Taxen stehen wie Geier bereit, wartend auf uns arme, unwissende Gaeste. Ich schloss mich dem Hollaender an. Mit einem einigermassen gut verhandelten Preis fuhren wir Richtung Innenstadt, wobei uns der werte Herr vorwarnte, dass er womoeglich nicht bis zum angepeilten Blumenmarkt kommen wuerde. Das trat dann auch ein. Wir stiegen also kurz vor der Innenstadt aus und mussten den Rest mit Backpack und Zubehoer in der Hitze laufen. Umgeben von Massen von schwarz gekleideten Leuten, bahnten wir unseren Weg. Heute war naemlich die Beisetzung des Koenigs. Als Deutscher kann man sich die Szenen heir gar nicht vorstellen, dass die Buerger hier ein Jahr wegen ihrem Koenig trauern und dann zur Beisetzung alle Bangkoker und Leute, die aus dem gesamten Land kamen, schwarz tragen und sich auf den Weg zum grossen Palast machen. Wir, weiterhin auf dem Weg zum Hostel, koennen uns leider nicht frei bewegen, da ganze Strassen abgesperrt sind fuer den Umzug. Irgendwann gelang es uns dann doch, um den abgesperrten Bereich zu kommen. Da waren wir nun, der Hollaender mit seiner elektronischen Buchung, zu der er im Bus irgendeine mysterioese Nachricht bekam und ich, der hoffte, auch noch einen Platz im Hostel ergattern zu koennen. Das Ende der Geschichte war, dass das Hostel ausgebucht war und die mysterioese Nachricht Mr. Nederlands darauf hinweisen sollte. Die kleine Servicekraft bot uns aber an, in ein nahegelegenes Hostel auszuweichen. Dies sei "fusslaeufig schnell erreichbar". Wir machten uns also entkraeftet auf den Weg mit all unserer Ausruestung. Kurz hiess fuer sie, eine halbe Stunde laufen. Uff! Das Hostel, in dem wir die naechsten 2 Tage naechtigen wollten, war extrem schoen und gefueht schon ein Sternehotel. 

Ich hatte zusaetzlich dazu geschafft, einen wahren Tempel zu besuchen. Statt dem erhofften Grand Wat, den ich im Vorhinein von so vielen Leuten empfohlen bekommen habe, war es leider nur der kleinere mit dem liegenden Buddha. Aber auch dieser Tempel war beeindruckend und spannend.

 

Ankuft im Land der kleinen, runden und braunen Fruechte

Montag, 06.11.2017

Zeitsprung zum Tag der Abreise! Ich kaempfe mir again meinen Weg durch die busy City Bangkok, um zur Skytrain (vergleichbar mit S Bahn) zu kommen. Doch bevor ich den Zug nehme, will ich noch einmal in einem 7 eleven einkaufen gehen. Ich kaufte mir also ein Sandwich, was dann noch vor Ort ausgepackt, aufgewaermt und wieder neu eingepackt wurde. Durch den ganzen Stress habe ich aus Versehen eine Mentos Packung mitgehen lassen. Der Zug fuhr mich dann direkt bis zum Flughafen. Dort hiess es jetzt fuer mich Einchecken. Dummerweise habe ich wiedermal alle Ratschlaege ausser Acht gelassen und das Visum nicht noch einmal ausgedruckt. Da stand ich nun also am Schalter und die nette Dame wollte einfach nicht meine Email auf dem Handy akzeptieren. Die Zeit rann mir also durch die Finger, wie ich jetzt erst realisierte. Ich haette nur noch 10 Minuten, sonst wuerde das nicht mehr mit dem Flug, meinte die nette Dame. Ich war wirklich schon halb verzweifelt. Doch da kam mir in letzter Sekunde die Vorgesetzte zur Hilfe geeilt und bestaetigte mein Visum. Bääääm. Ich werde aber auf jeden Fall Probleme an der australischen Grenze haben. Erste Huerde somit erfolgreich ueberwunden. 

Weiter ging es nur bis kurz vor dem Boarding. Es wurden nochmal alle Taschen grob durchsucht. Warum. weiss ich auch nicht. Dabei fiel der Kontrolle mein aufgeblasener Volleyball auf, den ich muehseelig seit Koh Tao mit mir rumschleppe. "Die Luft muss raus!" Oh mann, dachte ich mir, dann wuensche ich dir dabei mal viel Spass. Sie stach zu, drueckte und presste und ihr gelang es sogar wirklich, ihn halbleer zu bekommen. Thai Luft ist in Neuseeland also neben jeglichem Essen und Erde auch verboten? Hmm. Whatever, Ich checkte ein, doch dann stellte sich mir die letzte Huerde in den Weg. Madame Blondie von der Bundespolizei Australien. Woher ich komme und wohin ich ginge, wollte sie wissen und ob ich Freunde in Neuseeland haette. Auch diese Situation ueberwund ich geschickt, mehr oder weiniger. Hach da sass ich nun endlich, nachdem der Flug auch noch eine Stunde Verspaetung hatte, weil einer der Crewmitglieder von einem Passagier angegriffen worde ist, im Flieger. Eng war es. Aber da hatte ich die Rechnung ohne die nette Asiatin von Emirates gemacht. Diese versetzte mich in den hinteren Teil, in eine Reihe, wo niemand sass. An dieser Stelle moechte ich das gute und auch vegetarische Essen bei Emirates unterstreichen - sehr lecker und saettigend.

Da bin ich also nun - im Land der Kiwis. Im Land, wo die Sonne aufgeht, waehrend sie in Deutschland untergeht, weil die Zeitverschiebung genau 12 Stunden betraegt. Angekommen bin ich, soweit ich mich daran erinnern kann, so gegen 12 Uhr. Nachdem ich trotz Bangens, dass ich ohne das ausgedruckte Visum nicht einreisen koennte, verlief alles reibungslos. Leider Gottes wurde mir beim Zwischenstopp in Sydney mein schoenes Taschenmesser/ Klappmesser aus Thailand genommen. Ich hatte vergessen, das Messer in den Reiserucksack zu packen und hatte es stattdessen im Flaschennetz an der Seite meines Handgepaeckrucksacks. Das wurde leider sofort gefunden und beschlanahmt. Lustig ist aber, dass die Thailaender dieses offensichtliche Messer nicht rausgezogen haben. Der Sichertheitsmann am Flugahfen Sydney musste sich erstmal ueber diese Leute beschweren und drueckte mir gleichzeitig sein Mitgefuehl ueber diesen grossen Verlust aus, denn das Messer war wirklich geil. Schade.

Als ich nun also am Flughafen in Neuseeland angekommen bin, musste ich natuerlich erst mal Geld wechseln. Lustigerweise hatte mir die arbeitende Schottin die 10$ Gebuehren erlassen und mir gleichzeitig einen unschlagbaren Tipp gegeben. Ich muesse nur den Flughafen zu Fuss verlassen und wuerde mir die 4$ Gebuehr ersparen. Gesagt, getan. Das war echt nicht der einfachste Weg, aber ihr wisst ja "Wer den Penny nicht ehrt, ...". Den Bus hatte ich bei der Ankuft mehr oder weniger gerade verpasst. Daher entschloss ich mich, zu Subway zu gehen und mir mal was Richtiges zu essen zu holen. Dieser Gedanke war verfuehrerisch und gleichzeitig falsch, denn ich wurde ja eigentlich den ganzen Flug ueber gut verpflegt. 

Ich muss ehrlicherweise sagen, dass mich die 4$ ueberhaupt nicht gestoert haben. Da ich ja gerade aus Thailand kam, ist mir das Gespuer fuer Geld vollkommen floeten gegangen. Das sollte sich auch die naechsten Tage nicht grossartig aendern...

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